FAHRLEHRERVERBAND
Baden-Württemberg e. V.

  

www.flvbw.de

 

Home     RSS     Kontakt     Impressum     Suche

Home

News im Web

Fahrschulsuche

Infos für Fahrschüler

Infos für Verkehrsteilnehmer

Infos für Fahrlehrer

Fortbildungsangebote für Fahrlehrer

FahrSchulPraxis
Die Fachzeitschrift
des Verbandes

Führerscheinklassen

Gerichtsurteile

FAQ

Presse News

 

Presse Archiv

 

Kurznachrichten

 

2012

 

2011

 

2010

 

2009

 

2008

 

2007

 

2006

 

2005

 

2004

 

2003

 

2002

Interessante Links

Mitglied im Verband

Geschichte

Schmunzelecke

Suche nach Inhalten

Wir über uns

Kontakt

Impressum

 

FAHRLEHRERVERBAND
Baden-Württemberg e.V.

und
FSG/TTVA mbH
Zuffenhauser Str. 3
70825 Korntal-Münchingen

Tel. 0711 839875-0
Fax 0711 8380211
zum Kontaktformular ...

 

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 08.11.11

 

Kurznachrichten

Archiv 2010

Aus Dezember 2010:

Aus FPX 12/2010
Nicht ohne ESP - sagen Sie es den Fahrschülern
Am 21. Oktober 1997 kippte in Schweden beim sogenannten Elchtest die nagelneue Mercedes-A-Klasse um. Die Medien feierten ein Fest der Häme, Mercedes indes reagierte cool und spendierte dem Baby-Benz ab sofort das bis dahin nur der S-Klasse vorbehalten gewesene Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP). Damit begann der Siegeszug des ESP, das mittlerweile Tausenden Autoinsassen das Leben gerettet hat. Doch heute, fast anderthalb Jahrzehnte später, bieten Hersteller weltweit noch immer Neuwagen ohne ESP an. ESP hat sich besonders auf Landstraßen bewährt. Jährlich könnte es in Europa etwa 4.000 Verkehrstote und viele Tausend Verletzte weniger geben, wenn alle Pkw damit ausgerüstet wären. Fahranfänger sollten die Hände von Autos ohne ESP lassen, denn für sie ist das Programm besonders wichtig. Experten sind der Auffassung, dass ESP eine höhere Schutzwirkung hat als ABS und Airbag, so wichtig diese auch sind. In der EU müssen ab Ende 2011 alle Pkw-Neuentwicklungen ESP (oder ein gleichartiges System wie DSC, VSC oder DSTC) aufweisen, und ab Ende 2014 dürfen Neuwagen ohne ESP nicht mehr angeboten werden. Deshalb wird schon bald der Wert von Autos ohne ESP noch stärker fallen. Das sollte man beim Kauf eines Gebrauchten bedenken. GLH

Aus FPX 12/2010
Mercedes feiert 50 Jahre Wörth
Das Mercedes-Benz-Werk in Wörth ist das größte Lkw-Montagewerk der Welt. Die Erfolgsgeschichte dieser einzigartigen Fabrik begann am 17. November 1960 mit dem Kauf des Werksgeländes, das zwei Millionen Quadratmeter umfasst. Als im März 1962 der Bau der Fabrik begann, war zunächst nur ein Motorenwerk geplant. Doch ab Oktober 1963 wurden in Wörth auch Fahrerhäuser für Lkw gebaut. Schon im ersten Jahr lieferte Wörth den klassischen Lkw-Fertigungsstandorten Gaggenau und Mannheim 22.000 Rohkabinen zu. 1964 dann die Entscheidung, die gesamte Lkw-Produktion und -Endmontage in Wörth zusammenzufassen. Das Werk war ursprünglich für eine Jahreskapazität von 48.000 Lkw geplant. Heute verlassen bei Vollauslastung täglich bis zu 470 Lkw das Werk – alle drei Minuten rollt ein neues Fahrzeug vom Band. Rund 60 Prozent davon werden in mehr als 150 Länder exportiert, fast jeder zweite in Deutschland zugelassene Lkw stammt aus Wörth.

Eine weitere Erfolgsgeschichte ist die von Peter Scheurenbrand in den 70er-Jahren im Werk Wörth aufgebaute Fahrerinformation. Unter der Ägide des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg nehmen dort seit 1978 jedes Jahr Lkw-Fahrlehrerinnen und -Fahrlehrer an einem erstklassigen Fortbildungsprogramm teil. Inzwischen haben nahezu 4.000 Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland die Qualität der „Wörther Schule“ und deren Gastfreundschaft genossen. Daimler/GLH

 

Aus November 2010:

Aus FPX 11/2010
18 bis 24 - die risikoreichsten Jahre
Das Bundesamt für Statistik hat unlängst die Zahlen zu den Verkehrsunfällen des Jahres 2009 veröffentlicht. Danach stiegen Verkehrsunfälle leicht an, zugleich aber ging die Zahl der dabei Getöteten um 325 (7,3%) auf 4.152 zurück. Auch die Anzahl der Schwerverletzten war 2009 rückgängig.

Leider ist der Blutzoll der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen noch immer sehr hoch. Sie haben als Verkehrsteilnehmer das mit Abstand höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr: Im Jahr 2009 verunglückten in Deutschland insgesamt 79.814 junge Männer und Frauen dieser Altersgruppe im Straßenverkehr, 796 junge Erwachsene wurden getötet. Damit war jeder fünfte Verletzte und Getötete im Alter von 18 bis 24 Jahren, obwohl nur jeder 12. der Gesamtbevölkerung (8,3%) zu dieser Gruppe zählte.

Das sind keine guten Nachrichten, denn trotz der seit Jahren anhaltenden positiven Tendenz hat sich – jedenfalls in der Relation betrachtet – bei den jungen Fahrerinnen und Fahrern das Blatt noch nicht entscheidend gewendet. Dabei waren fast ein Drittel aller von jungen Fahrerinnen/Fahrern verursachten Unfälle mit Personenschäden sog. Alleinunfälle. Zu schnelles Fahren, zu geringer Abstand sowie Fehler bei Vorfahrt und Vorrang waren wiederum Hauptunfallursachen. Besonders auf den Landstraßen lauern für die 18- bis 24-Jährigen hohe Gefahren.

Die Fahrschule kann mit sorgsam strukturierten Überlandfahrten entscheidend zur Minderung dieses Risikos beitragen. GLH

Aus FPX 11/2010
Autofahren erneut teurer
Einer Meldung des ADAC zufolge ist das Autofahren in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr deutlich teurer geworden. Dies zeigt der aktuelle Autokosten-Index, den der ADAC vierteljährlich gemeinsam mit dem Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Danach sind die Autokosten in den vergangenen zwölf Monaten um 3,1 Prozent und damit wesentlich stärker als die Preise für die allgemeine Lebenshaltung gestiegen.

Im sog. Autokosten-Index werden alle Ausgaben rund um das Auto erfasst. Wie auch der Lebenshaltungs-Index wurde er zuletzt für das Jahr 2005 auf den Basiswert 100 gesetzt und liegt jetzt bei 111,5 (!) Punkten. Die Hauptbelastung kommt von den Kraftstoffpreisen. Sie kletterten binnen Jahresfrist um 8,7 Prozent. Doch auch die Ausgaben für die Kfz-Versicherung schlugen mit einem Plus von 6,4 Prozent besonders stark zu Buche.

Dagegen nehmen sich die vom ADAC mit 0,5 Prozent festgestellten Erhöhungen für Fahrschule und Führerschein recht bescheiden aus. ADAC Presse/GLH

Aus FPX 11/2010
Verfassungsbeschwerde: Bei Missbrauch droht Bußgeld
Gegen einen Bußgeldbescheid in Höhe von 175 € und ein zugleich ausgesprochenes 2-monatiges Fahrverbot, beides durch Urteil des OLG Bamberg bestätigt, legte ein Autofahrer Verfassungsbeschwerde ein. Das Bundesverfassungsgericht nahm die Beschwerde nicht an und verhängte gemäß § 34 Abs. 2 Bundesverfassungsgerichtsgesetz (BVerfGG) gegen den Beschwerdeführer und dessen Anwalt je eine Missbrauchsgebühr in Höhe von 1.100 €. In der Begründung des Bundesverfassungsgerichts heißt es u.a.: Die 1.182 Seiten umfassende Beschwerdeschrift wegen angeblicher Verfahrensverstöße im Zuge eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens enthalte keinen schlüssigen und nachvollziehbaren Vortrag, der die gerügten Grundrechtsverletzungen belegen könnte. Die Beschwerdeschrift sei gekennzeichnet durch sachlich nicht gerechtfertigte und mutwillig erscheinende Wiederholungen, eine kaum nachvollziehbare Aneinanderreihung der beigefügten Unterlagen sowie von unbelegten Vorwürfen gegenüber den Fachgerichten. Das BVerfG müsse es nicht hinnehmen, dass seine Arbeitskapazität durch derart sinn und substanzlose Verfassungsbeschwerden behindert werde. Pressestelle BVerfG/GLH

 

Aus Oktober 2010:

Aus FPX 10/2010
Schräglage mental
Das 28. Motorrad Total vom 18. bis 25. September 2010 in Loano, Ligurien, hat mit dem Programmschwerpunkt Mentales Training seinem Ruf als Top-Seminar der Motorradfahrlehrer ein weiteres Glanzlicht verliehen. Weitere Pluspunkte waren die herbstmilde ligurische Sonne, gute Pisten, die angenehme Unterkunft und – nicht zuletzt – die ausgezeichnete Organisation. Derweil andere über schwindende Teilnehmerzahlen klagen, glänzte Motorrad Total auch in diesem Jahr mit einer Rekordbeteiligung. Gleich zum Auftakt verkündete Motorradreferent Karl-Heinz Hiller seine Zukunftspläne: 2011 wolle man nach Kärnten, und neben dem regulären 30. Motorrad Total im Jahr 2012 sei eine Motorradreise nach Neuseeland vorgesehen. Damit knüpft der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. an seine reiche Erfahrung mit Fachstudienreisen an.

Schräglage und andere motorradtypische Fahrtechniken mental erfassen, begreifen, trainieren und verinnerlichen, ist das Grundrezept für sicheres Motorradfahren. „Wer lehren will, muss immer wieder lernen!“ Dieser weise Spruch mag Hiller geleitet haben, als er das „geistige Erleben des Ernstfalles“ – sozusagen die Oberstufe mentalen Trainings – in den Mittelpunkt des Seminars rückte. Das anspruchsvolle Thema war bei Professor Dr. Eberspächer hervorragend aufgehoben. Mehr zu Motorrad Total 2010 in der November-Ausgabe der FahrSchulPraxis. GLH

Aus FPX 10/2010
StVO: OLG hebt Winterparagrafen auf
Paragraf 2 Abs. 3a der StVO (Winterausrüstung) wurde unlängst vom OLG Oldenburg (Az. 2 Ss Rs 220/09) wegen ungenauer Formulierung für unwirksam erklärt. Wegen Vernachlässigung des Bestimmtheitsgebots sei die Norm verfassungswidrig, erklärte das Gericht und folgte damit der in der Vergangenheit vielfach geäußerten Kritik von Kraftfahrern, die im Winter bei schneefreier Fahrbahn wegen fehlender Winterreifen angezeigt worden waren. In der weiteren Begründung weist das Gericht auch darauf hin, dass „die Eigenschaften von Winterreifen nicht gesetzlich oder technisch normiert sind“. Deshalb sei es auch nicht möglich, "die fehlende Eignung bei Eis und Schnee durch Abweichung von Mindestanforderungen an Winterreifen zu definieren. Es bestünden somit „weder Material- oder Formvorgaben noch bestimmte Mindestqualitäten (bestimmte Bremswege bei definierten Standardsituationen), bei deren Nichterfüllung ein Verstoß gegen § 2 Abs. 3 a StVO vorläge“. Der Entscheidung lag der Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid zugrunde, der gegen einen Kraftfahrer wegen Fahrens ohne Winterreifen bei winterlicher Witterung, aber im Wesentlichen trockener Fahrbahn ergangen war. GLH

 

Aus September 2010:

Aus FPX 09/2010
MPU-Vorbereitung: TÜV-Film zeigt, wie es geht
Mehr als 100.000 Menschen nehmen in Deutschland jährlich an einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) teil. Sie alle sollten wissen, wie man sich richtig auf die MPU vorbereiten kann. TÜV SÜD Pluspunkt hat eine Video-Serie erstellt, die erstmals zeigt, wie eine professionelle Beratung im Vorfeld der MPU aussehen kann und warum diese so wichtig ist. Die Videos sind ab sofort auf der Website von TÜV SÜD zu sehen. Die sechs Teile des Films haben eine Gesamtlänge von beinahe 45 Minuten und enthalten alle wichtigen Informationen zum optimalen Ablauf eines Beratungsgesprächs vor einer MPU und über die Wichtigkeit sorgfältiger Vorbereitung. Die Videos sind die ersten dieser Art in Deutschland. TÜV SÜD Pluspunkt engagiert sich seit Jahren dafür, Betroffenen professionelle und verlässliche Informationen zur Vorbereitung auf die MPU zu bieten. Erstmalig brachte TÜV SÜD im vergangenen Jahr auch einen Film über den Ablauf der MPU selbst heraus. In der neuen Video-Serie zur MPU-Beratung erhalten Interessenten einen Einblick in die Arbeit der telefonischen Service-Hotline der TÜV SÜD Pluspunkt GmbH und erfahren, welche wertvollen Informationen auf diesem einfachen Weg schon beim ersten Kontakt verfügbar sind. Die weiteren Teile des Films zeigen ein beispielhaftes, stark gekürztes Beratungsgespräch mit TÜV SÜD-Verkehrspsychologin Doris Stengl-Herrmann. Es geht um einen Kunden, der wegen verschiedener Delikte (Alkohol am Steuer, andere Verkehrsverstöße und Fahren ohne Fahrerlaubnis) zur MPU muss und über die zur Verfügung stehenden Vorbereitungsmaßnahmen beraten wird. Weitere Informationen unter
www.tuev-sued.de/pluspunkt/beratungsfilm. Den Film zur MPU können Interessenten unter www.tuev-sued.de/mpu-film abrufen. TÜV SÜD/GLH

Aus FPX 09/2010
Brandenburg führt bei Verkehrsdelikten
In einer sog. Kleinen Anfrage hat die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN der Bundesregierung 25 Fragen zur Verkehrssicherheit in Deutschland gestellt. Dabei gab es einige Überraschungen, die nach Ansicht von Experten der näheren Untersuchung bedürfen. Da Brandenburg in dieser Statistik für das Jahr 2009 mit 100 registrierten Verkehrsverstößen pro 1000 Einwohner als das Land mit der schwächsten Verkehrsmoral auffällt, aber Sachsen-Anhalt nebenan mit nur 27 Delikten pro 1000 Einwohner als das Musterland unter den Flächenländern schlechthin dasteht, ist die Frage nach der polizeilichen Überwachungsdichte mehr als angebracht. Baden-Württemberg liegt mit 51 pro 1000 nicht gerade schlecht, kann aber mit den Flächenländern Rheinland-Pfalz (42/1000), Saarland (38/1000), Sachsen (40/1000) und Schleswig-Holstein (43/1000) nicht mithalten. Bayern liegt gleichauf, während die hier nicht genannten Flächenländer zum Teil erheblich darüber liegen.
           Verkehrstote pro 1 Million Einwohner
Ohne Weiteres auf einen Zusammenhang der Häufigkeit der Delikte und der 2009 im Straßenverkehr je einer Million Einwohner Getöteten zu schließen, wäre unzulässig (siehe Sachsen-Anhalt). Bei den Verkehrstoten pro einer Million Einwohner führt mit Abstand Mecklenburg-Vorpommern (93). Es folgen Brandenburg (80), Sachsen-Anhalt (69), Niedersachsen (68), Thüringen (65), Bayern (63), Rheinland-Pfalz (55), Hessen (51), Baden-Württemberg (50), Schleswig-Holstein (49), Sachsen (46), Saarland (44), Nordrhein-Westfalen (35), Bremen (20), Hamburg (19) und Berlin (14). Der Bundesdurchschnitt liegt bei 51 Getöteten pro einer Million Einwohner. Wegen Übermüdung hinterm Lenkrad wurden im letzten Jahr 1.600 Unfälle verursacht, bei denen knapp 2.500 Personen verletzt und 55 getötet wurden. Presse Bundestag/GLH

Aus August 2010:

Aus FPX 08/2010
"Mopedfahren schon mit 15”
Unter diesem und ähnlichen Titeln berichteten die Medien am 8. Juli, Schwarz-Gelb habe beschlossen, das Mindestalter für den Führerschein der Klasse M von 16 auf 15 Jahre zu senken. Der Beschluss des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestags rief neben der Opposition den ADAC, die Verkehrswacht, den DVR und die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) auf den Plan. Unisono stellten sie sich gegen den Mopedführerschein mit 15 und verwiesen dabei u.a. auf den "gewaltigen Anstieg" der tödlichen Unfälle in Österreich seit Senkung des Mindestalters auf 15. In Österreich ist für den Erwerb des Mopedführerscheins nur eine inhaltlich äußerst dürftige theoretische und praktische Ausbildung bei einem Automobilklub oder einer Fahrschule zu absolvieren (6 Stunden Theorie, 8 Stunden praktisch, keine praktische Prüfung). Diese Regelung gilt erst seit 01.09.2009; davor war das Führen von Mopeds in Österreich fahrerlaubnisfrei. Das Moped ist – besonders im innerörtlichen Verkehr – viel sicherer als das Mofa 25, für das sich im Jahr 2009 in Baden-Württemberg immerhin noch 10.094 Jugendliche entschieden haben. Wie wichtig gute Ausbildung für die Verkehrssicherheit ist, sollte die BASt dank ihrer Begleituntersuchung des seinerzeitigen baden-württembergischen Mofa-Modells eigentlich noch wissen. Anders als in allen anderen Bundesländern mussten die Mofa-Aspiranten in Baden-Württemberg ab 1. April 1980 eine Ausbildung in der Fahrschule durchlaufen. Ab Start des Modells (damaliger Bestand an Mofas in BW: 253.510!) ging die Anzahl der Verunglückten binnen neun Monaten von 1940 auf 1684, also um 13,1 Prozent zurück. Im gleichen Zeitraum stieg die Helmtragequote der Mofafahrer in Baden Württemberg auf 63 Prozent, während sie im übrigen Bundesgebiet bei 33 Prozent lag. Damit war und ist klar: Gute Ausbildung macht den Unterschied! Die Inhalte der in Deutschland praktizierten Ausbildung und Prüfung angehender Mopedfahrer sind Gewähr für ein hohes Maß an Sicherheit. Der Aufschrei des Bedenkenkartells gegen „Moped-mit-15“ war unbedacht und sollte deshalb ungehört bleiben. GLH

Lesen Sie zum Thema auch den Artikel "Moped mit 15 - Können österreichische Unfallzahlen Richtschnur sein? aus der FahrSchulPraxis Ausgabe August/2010 ...

Aus FPX 08/2010
Umweltzonen:
Droht älteren Diesel-Pkw das endgültige Aus?

Seit 1. Juli 2010 dürfen Autos mit roter Plakette im Stadtgebiet Stuttgart (insgesamt 207 km²) nicht mehr fahren. Laut TÜV SÜD sind davon ca. 30.000 Dieselfahrzeuge älterer Baujahre betroffen. München und andere Großstädte werden bald nachziehen. Der TÜV fragt deshalb: „Verlieren ältere gut erhaltene Diesel deshalb jeglichen Wert?“

Nein, sagen die Experten vom TÜV SÜD, denn viele Fahrzeuge können mit einem Partikelfilter nachgerüstet werden. Dafür gibt es (noch!) bis 31.12.2010 staatliche Förderung, in die auch Wohnmobile und leichte Nutzfahrzeuge einbezogen sind. Wer seinen Diesel nachrüstet, vermeidet überdies die seit April 2007 für Diesel-Pkw ohne Partikelfilter um 1,20 € pro 100 Kubikzentimeter Hubraum erhöhte Kfz-Steuer.

Wichtig ist auch: Die Ausnahmeregelungen gelten weiter. Schwerbehinderte mit einem Ausweis und eingetragenem Merkzeichen „aG“, „H“ oder „BI“ dürfen auch weiter ohne Plakette in die Umweltzonen fahren – bundesweit. Oldtimer sind ebenfalls von der Regelung befreit, sobald sie ein H-Kennzeichen haben. Auch für Zwei- und Dreiräder braucht man keine Plakette. Einschränkung: Quads und Trikes müssen als „Motorrad“ oder „land- oder forstwirtschaftliche Maschine“ zugelassen sein.

Aber Vorsicht: Anwohner von Umweltzonen sind nicht grundsätzlich von der Plaketten-Pflicht befreit. Das Gleiche gilt für Pendler, Umzugswagen, Handwerkerfahrzeuge oder solche mit ausländischer Zulassung oder roter Händlernummer. TÜV SÜD/GLH

Aus Juli 2010:

Aus FPX 07/2010
Zweifelhafte Studie über Fahrschulpreise
Der Auto und Reiseclub Deutschland (ARCD) berichtete unlängst über Fahrschulpreise. Der Pressemitteilung lag eine Studie von AUTO.DE, angeblich das größte deutsche Autoportal, zugrunde. Es seien, heißt es da, „130 Fahrschulen sowohl in Städten mit mehr als 200 000 Einwohnern als auch in Kleinstädten und Gemeinden“ zu den Ausbildungspreisen für die Klasse B befragt worden. Ob es sich bei der Auswahl der Fahrschulen um eine repräsentative Untermenge der Grundgesamtheit handelte, darf bezweifelt werden. Schon beim raschen Überfliegen der Meldung wird klar, dass den Rechercheuren sensationelle Preisunterschiede von bis zu 600 Prozent weit wichtiger gewesen sein müssen als sorgfältige Erhebungen. Da ist beispielsweise die Rede von einem „Blockpreis“ für den Theorieunterricht (gemeint ist wohl der nach § 19 Abs. 1 Nr. 1 FahrlG pauschalierte Grundpreis), der in einigen Fahrschulen in Wiesbaden und Hannover 49 €, bei deren Konkurrenz nebenan aber 340 € betrage; doch was die „Discounter“ den Fahrschülern unterm Strich abnehmen, verschweigt die Studie. Dem Ergebnis der Befragung zufolge zahlt man in Bayern den höchsten Durchschnittspreis für die Fahrstunde (34 €), in Sachsen-Anhalt den niedersten (22 €). Wie man den Durchschnittspreis für ein großes Bundesland wie Bayern durch Befragung von hochgerechnet nur etwa 17 Fahrschulen zuverlässig ermitteln kann, bleibt das Geheimnis von AUTO.DE. Mit geradezu dreister Oberflächlichkeit handelt die Studie die Kosten der Prüfung ab. Danach bietet „das günstigste Fahrexamen eine Fahrschule in Sachsen-Anhalt für 45 Euro an, die teuerste Fahrschule in dieser Hinsicht verlangt 225 Euro und sitzt in Nordrhein-Westfalen“.

Das ist grobe Irreführung, keineswegs aber erhellende Verbraucherinformation, denn die Studie lässt offen, was das „Prüfungspaket“ enthält. - Etwa auch die TÜV-Gebühren?

Dass der ARCD die mehr als zweifelhafte Studie so übernahm, ist nicht typisch für die von diesem Club gewohnte Pressearbeit. Da war der Schlusssatz bitter nötig, in dem der ARCD darauf hinweist, „dass ein Kostenvergleich allein nicht geeignet ist, um die fachliche und pädagogische Qualität der Ausbildung zu bewerten“. Und weiter: “Erfahrungsberichte aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, eine Zertifizierung nach anerkannten berufsständischen Kriterien, Beobachtungen bei einem Schnupperkurs und der persönliche Eindruck vom Personal helfen bei der Entscheidung für die richtige Fahrschule.“ GLH

Aus FPX 07/2010
20 Jahre
Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V.

Am 16. Mai 1990 kamen nach gründlicher Vorbereitung 13 in der Verkehrsicherheitsarbeit erfahrene Männer in Stuttgart zusammen, um die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V. (DFA) aus der Taufe zu heben. Anfänglich führte die Gründung des neuen Vereins mancherorts zu Missverständnissen („Noch eine Ausbildungsstätte? Eine neue Verbandskonkurrenz?”), die sich aber nach und nach aufklärten. Längst hat sich die DFA durch ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit als das „wissenschaftliche Forum der deutschen Fahrschulen“ legitimiert. Aus Anlass ihres 20-jährigen Bestehens gibt die DFA in diesen Tagen eine kurzgefasste Chronik heraus, die ihr Werden und Wirken veranschaulicht. Näheres ist unter www.deutsche-fahrlehrer-akademie.de zu erfahren. GLH

Aus Juni 2010:

Aus FPX 06/2010
TÜV SÜD weiterhin auf Wachstumspfad
Die Finanz- und Wirtschaftskrise konnte den TÜV SÜD auch 2009 nicht vom Wachstumspfad abbringen. Der Umsatz des international tätigen Dienstleistungskonzerns stieg 2009 um 62 Mio. Euro auf 1,427 Milliarden Euro an. Das Unternehmen hat damit seinen Umsatz innerhalb nur eines halben Jahrzehnts um 400 Millionen gesteigert. Trotz des Umsatzwachstums um 4,5 Prozent blieb der Ertrag vor Steuern (EBT) mit 101 Mio. hinter dem Vorjahresergebnis (107 Mio.) zurück. Rund 84 Prozent seines Umsatzes generierte das Unternehmen in Europa, 10,5 Prozent entfielen auf Asien und 5,6 Prozent auf Amerika. Besonders erfolgreich war der TÜV SÜD auf dem Geschäftsfeld Automotiv in der Türkei. Dort wurde der Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur für die Fahrzeugüberwachung abgeschlossen, die der Prüfung von fünf Millionen Fahrzeugen p.a. dient. GLH

Aus FPX 06/2010
Motorrad: ABS ist Lebensretter Nr. 1
Einer Simulationsstudie des DEKRA zufolge ließen sich durch ABS viele Motorradunfälle vermeiden, mindestens aber die Folgen mildern. 25 bis 35 Prozent der von DEKRA ausgewerteten schweren Unfälle wären mit ABS vermeidbar gewesen. Würde man ABS, Integralbremse und den noch in der Entwicklung befindlichen technischen Bremsassistenten kombinieren, ließen sich sogar 50 bis 60 Prozent der Unfälle verhindern. In der passiven und aktiven Fahrzeugsicherheit sehen die DEKRA-Experten noch viel Potenzial für die Vermeidung von tödlichen Motorradunfällen. Dazu zählen das Tragen von reiß- und abriebfester, gut sichtbarer Schutzkleidung mit Protektoren ebenso wie ein Schutzhelm nach der aktuellen ECE-Norm R22-05. Integralhelme sind laut DEKRA Halbschalen oder Jethelmen grundsätzlich vorzuziehen. Als ein viel versprechendes Schutzelement wurde auch der
im Rahmen eines EU-Projektes entwickelte Thorax-Protektor genannt, der beim Anprall für eine bessere Verteilung der Kräfte sorgt und nach innen gerichteten Rippenfrakturen vorbeugt. ARCD/GLH

Aus FPX 06/2010
Neuauflage: Fachbuch “Mobilitätsbehinderte und Kraftfahrzeug”
Das Kraftfahrzeug dient mehr als jedes andere Fortbewegungsmittel dem Wunsch nach individueller Mobilität. Sich diese Unabhängigkeit für ein selbstbestimmtes berufliches und soziales Leben zueigen zu machen, ist der inständigste Wunsch vieler behinderter Menschen. Ihnen den Weg zum Führerschein und schließlich zum Auto aufzuzeigen und zu erleichtern, war für die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V. und den TÜV SÜD entscheidende Triebkraft, den seit 1997 gleichermaßen als Ratgeber und Nachschlagewerk bewährten Leitfaden gründlich zu überarbeiten und neu herauszubringen. Die seit Ende April 2010 vorliegende zweite Auflage gibt in acht Kapiteln Antworten auf die wesentlichen rechtlichen, medizinischen und psychologischen Fragen des Führerscheinerwerbs durch funktionsbehinderte Menschen. Auch die behindertengerechte Umrüstung von Fahrzeugen sowie das Thema Finanzierungshilfen für die Fahrausbildung und den Autokauf werden eingehend behandelt. Für die Betroffenen selbst, für Ärzte, Fahrschulen, Rehabilitationseinrichtungen, Verwaltungsbehörden, Sachverständige, Unternehmen der Fahrzeugumrüstung und Leistungsträger wird das Buch - wie auch schon die Erstausgabe - wiederum eine unverzichtbare Quelle zuverlässiger Information und Hilfe sein. Das Buch ist bei der Service-Gesellschaft der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. zu beziehen. Anschrift: Alboinstr. 56, 12103 Berlin, Tel: 030/74 30 65 76-0, Telefax: 030/74 30 65 76-9, Email: info@bvf-deutschland.de GLH

Aus Mai 2010:

Aus FPX 05/2010
StVO-Novelle ungültig - Pfusch oder Absicht?
An dieser Stelle der FahrSchulPraxis war in der Ausgabe vom November 2009 scharfe Kritik an der am 1. September in Kraft gesetzten Novelle zur StVO geübt worden. „Der Elefant kreißte und gebar eine Maus“*, hieß es da. Ganz allgemein wurde die „Reform“ als äußerst mager und mutlos, die neuen Begriffe „Einfädelungs- und Ausfädelungsstreifen“ als „Wortmonster“ angeprangert. Der Verfasser zitierte einen Experten, der das „Reformwerk“ als „Paradebeispiel administrativer Ineffizienz“ bezeichnete und die „laue Führung des Bundesverkehrsministeriums“ unter Herrn Tiefensee dafür verantwortlich machte. Nun, stark sechs Monate nach Inkrafttreten, wurde neuer Pfusch offenbar, der auch dem Bundesrat entgangen zu sein scheint: Man hat trotz der nur unwesentlichen Änderungen der schon 1992 geänderten Verkehrszeichen vergessen, deren Weiterverwendung durch eine vernünftige Übergangsregelung sicherzustellen. Ein ehemaliger Behördenchef, Autor vieler Gesetzes- und Verordnungsentwürfe, kommentierte das so: „Ein unverzeihlicher handwerklicher Fehler der Juristen des Ministeriums!“ Damit ist die ganze „Reform-Novelle“ nichtig, es gilt wieder die StVO in der Fassung vor dem 1. September 2009. Wären die Kommunen nicht so klamm und hätten sie nicht so heftig protestiert, müssten nun wegen Männchen mit Hut und ähnlichen Bagatellen rd. zwei Milliarden Euro für einen völlig unnötigen Austausch von Verkehrszeichen ausgegeben werden. So gehen unsere Steuern den Bach runter. Schlimm ist auch, dass notorische Gerüchtemacher wissen wollen, das Weglassen der Übergangsregelung sei Absicht gewesen, man habe damit den Lobbyisten der Schilderhersteller einen Gefallen tun wollen. Bundesverkehrsminister Ramsauer muss nun die verkorkste Verordnung seines Vorgängers rasch heilen. Dazu sagte er am 13. April in Berlin: "Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Novelle ist wegen eines Verstoßes gegen das verfassungsrechtlich verankerte Zitiergebot nichtig. Das bedeutet: Es gilt weiterhin die StVO in der Fassung vor dem 1. September 2009. Die alten Schilder müssen nicht ausgetauscht werden." Und weiter: Das Bundesverkehrsministerium arbeitet nun mit Nachdruck daran, die Fehler der Novelle zu korrigieren. Es soll schnellstmöglich ein neuer Änderungsentwurf vorgelegt werden, dem der Bundesrat dann noch zustimmen muss. GLH

Aus FPX 05/2010
Verkehrssicherheit: Frankreich auf Überholspur
Der französische Premierminister François Fillon kündigte unlängst eine Reihe neuer Maßnahmen zur Bekämpfung des Verkehrsunfalls an. In nur zwei Jahren soll damit die Anzahl von heute rd. 4.500 Verkehrstoten auf 3.000 pro Jahr sinken. Dabei steht der Kampf gegen Alkohol und Drogen am Steuer ganz vorne. Der Plan Fillons sieht 5.000 neue elektronische Alkoholtestgeräte vor, die alsbald zum Einsatz kommen sollen. Die Kontrolldichte soll dadurch verstärkt und die einzelnen Kontrollen sollen zuverlässiger werden. Wirte und Gaststättenbesitzer sollen verpflichtet werden, ihren Gästen geprüfte Alkoholtestgeräte zur Verfügung zu stellen. Ab 2011 sollen die Straßenaufsichtsorgane jährlich rund 100.000 Speicheltests zur Drogen-Prävention durchführen. Auch die Überwachung der Geschwindigkeit und die Einhaltung der Verkehrsregeln durch Motorrad- und Mopedfahrer soll verschärft werden. Fillon will auch mit Macht gegen das illegale Tunen von Mopeds vorgehen. Daneben will er der Verkehrserziehung und Vorbeugung besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen. Unfallflucht kann künftig mit bis zu drei Jahren Gefängnis und bis zu 75.000 € Geldstrafe geahndet werden. GLH

*gegenüber der Druckversion hier berichtigt

Aus April 2010:

Aus FPX 04/2010
Motorradverband: Leichtkraftrad mit Pkw-Führerschein fahren
Vor Kurzem hat der Industrieverband Motorrad (IVM) zwei Vorschläge gemacht, die sich hören lassen:

  1. Wer seinen Pkw-Führerschein mindestens fünf Jahre besitzt und eine besondere Motorradschulung absolviert hat, soll künftig auch Leichtkrafträder bis 125 cm3 Hubraum und höchstens 11 kW fahren dürfen.
     
  2. Außerdem soll das Einstiegsalter für die 50-Kubik-Klasse (maximal 45 km/h) von 16 auf 15 Jahre gesenkt werden.

Damit, so der IVM, sollen bürokratische Hürden für preiswerte und die ressourcenschonende Mobilität entfallen. Individuelle Mobilität gehöre zu den zentralen Ansprüchen der Gesellschaft. Ohne sie seien Arbeits- und Bildungsplätze oft nur schwer oder gar nicht zu erreichen. Mit seinen Vorschlägen zielt der Motorradverband auf die Belebung des Absatzes von kleinen Motorrädern, der wegen der Abwrackprämie eingebrochen sei. Bei näherer Betrachtung erscheinen beide Vorschläge vernünftig und realisierbar. Nach fünf Jahren Pkw-Erfahrung und einer rechtlich festgelegten Schulung durch Fahrlehrer dürften verkehrssicherheitliche Bedenken eher geringer sein, als man sie bei Personen haben muss, die ohne jede Schulung kraft Besitzstandsregelung (1. April 1980) das Leichtkraftrad besteigen. Die Herabsetzung des Einstiegsalters für Mopeds auf 15 Jahre ist übrigens eine alte Forderung der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. Hier geht es darum, den Kids Zugang zu einem motorisierten Zweirad zu ermöglichen, das wesentlich sicherer als das Mofa ist und weit weniger als dieses zum Tunen verführt. GLH

Aus FPX 04/2010
30 Jahre Kraftrad

Am 1. April 1980 kam das Leichtkraftrad zur Welt, jedenfalls rechtlich gesehen. Der mit der „Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften“ vom 6. November 1979 neu in die StVZO eingefügte § 18 Abs. 4a war die Geburtsurkunde für diesen Motorradtyp und die neue Fahrerlaubnisklasse 1b (heute A1). Die technischen Eckwerte lauteten: Mehr als 50 cm3, aber nicht mehr als 80 cm3, bauartbestimmte Höchstgeschwindigkeit nicht mehr als 80 km/h, maximale Nennleistungsdrehzahl 6000 min-1. Das war zugleich das Ende des rasanten Kleinkraftrads (Synonym: Kreidler Florett) mit maximal 50 cm3 Hubraum, jedoch ohne Geschwindigkeitslimit. „Mit diesen Krawallmaschinen, die nicht selten über 100 km/h laufen, rennen sich 16- bis 18-Jährige und auch Ältere reihenweise das Hirn ein“, brandmarkte ein oberschwäbischer Fahrlehrer damals die Renner. Bis 01.04.1980 - heute kaum mehr vorstellbar - genügte für diese Kleinkrafträder ein „fahrschulfrei“ erworbener Führerschein (Klasse 4), der lediglich das Bestehen einer theoretischen Prüfung voraussetzte. Bekanntlich erfreuen sich hierzulande bei Änderungen des Fahrerlaubnisrechts echte und auch unechte Besitzstände schon immer der sorgfältigen Beachtung und Pflege des Gesetzgebers. So kam es, dass Inhaber einer vor dem 01.04.1980 erworbenen Fahrerlaubnis der Klasse 4 oder höher bis zum heutigen Tag berechtigt sind, Leichtkrafträder (inzwischen mit bis zu 125 cm3 und 11 kW) zu fahren. Manchen ist dieser Besitzstand schon teuer zu stehen gekommen, weil er geglaubt hat, was ich von Rechts wegen darf, das kann ich auch. Motorradhändler erzählen von Autofahrern, die schon kurz nach ihrem forschen Umstieg auf einen 125er Roller eine schlimme Bruchlandung erlebten. Trotzdem wurde in den letzten Jahren immer wieder die Forderung laut, die Klasse A1 in die Führerscheinklasse B einzuschließen. Hier scheint, wie man aus dem oben zitierten Vorschlag des IVM folgern darf, nun auch in der Industrie allmählich das Einsehen dafür gewachsen zu sein, dass selbst ein guter Autofahrer noch lange keinen Motorradfahrer macht. Der IVM-Vorschlag macht Sinn und sollte unterstützt werden. GLH

 

Aus März 2010:

Aus FPX 03/2010
60 Jahre Fahrlehrerverband Baden-Württemberg
In wenigen Monaten, genau genommen am 1. Juli 2010, wird der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. 60 Jahre alt. Dank der Klugheit und Voraussicht der Mitglieder und Vorstände der bis dahin selbstständigen Landesverbände der Kraftfahrlehrer der Länder Württemberg-Baden, Südwürttemberg-Hohenzollern und Südbaden entstand der Südwestverband der Fahrlehrer schon zwei Jahre vor dem Südweststaat.

Die Jubiläumsfeierlichkeiten zu 25, 40, und 50 Jahren hielten sich immer in Grenzen und wurden praktischerweise jeweils um einige Monate auf den Tag der Jahreshauptversammlung vorverlegt. So auch jetzt wieder zum Sechzigsten.

Von den beherzten Männern, die damals die Grenzen der Bundesländer und der Besatzungszonen kurzerhand ausblendeten, um eine kraftvolle Berufsvertretung auf die Beine zu stellen, sind heute nur noch ganz wenige unter uns. Besonders zu erwähnen ist hier Adolf Wolfer aus Nürtingen, der unlängst in erstaunlicher Rüstigkeit seinen 90. Geburtstag feiern konnte. Er hat als junger Fahrschulunternehmer die Gründung entscheidend mit vorangetrieben und später in maßgeblichen Ämtern des Verbandes, u.a. als stellvertretender Vorsitzender, große Verdienste erworben.

Neben programmatischer Kontinuität, in deren Mittelpunkt die Bewahrung und Förderung des privatwirtschaftlichen Fahrlehrerwesens und ein hoher Anspruch an die Ausbildungsqualität stehen, zeichnete sich der Verband in all den Jahren immer wieder durch richtungweisende Impulse der Innovation und Verbesserung der Fahrausbildung aus.

Höchste Priorität hatten immer und haben bis heute den Anforderungen des Berufs adäquate Zugangsregelungen und eine qualifizierte pädagogische Ausbildung der Fahrlehreranwärter. Hier sieht der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. offene Flanken und den Gesetzgeber seit Langem in der Pflicht zu handeln. Die vor 60 Jahren im Südwesten gelungene „Flurbereinigung“ des Verbandswesens der Fahrlehrer, das darf man anlässlich eines so großen runden Geburtstags einmal erwähnen, steht in Deutschland bis heute einzigartig da.

Indes, es gab auch Widerstand. Einige wenige egozentrische Duodezfürsten - die es ja auch anderswo geben soll - führten als Totschlagargument die gewiss unleugbaren landsmannschaftlichen Unterschiede zwischen Badenern, Kurpfälzern und Württembergern ins Feld. Doch sie fanden trotz erheblicher Lautstärke nur geringen Widerhall - dem Realitätssinn der Alemannen und Schwaben sei Dank. GLH

Aus FPX 03/2010
Die nette Geschichte vom netten Prüfer
„Warum erzählen Sie nicht auch ab und zu die nette Geschichte vom netten Prüfer?“ So unlängst die Frage eines Fahrlehrers an ein Mitglied der Redaktion dieser Zeitschrift. Damit es alle wissen: Die Redaktion freut sich über jede gute Geschichte aus dem Fahrlehreralltag - und da gehört die Prüfung nun einmal dazu.

Was der Redaktion Schluckbeschwerden verursacht - das soll auch gleich gesagt sein - sind so ganz arg liebe Stories, die ein Gschmäckle verströmen. Die folgende Geschichte tut das nicht, zumal der Fahrlehrer ausdrücklich darum bat, anonym zu bleiben: „Bei der Einfahrt in die Autobahn gab Jakob, mein Prüfling, richtig Gas und nützte den Beschleunigungsstreifen meisterlich aus. Anschließend überholte er mehrere Lastzüge, um sich danach bei ca. 110 km/h auf den rechten Fahrstreifen zu begeben. So brausten wir der nächsten Ausfahrt und damit dem Ende der Autobahnfahrt entgegen.

Doch was war das? Plötzlich fing das Auto leicht zu schlingern an! Jakob guckte mich für einen Moment groß an, nahm das Gas weg, fuhr auf den Seitenstreifen, hielt an und schaltete das Warnblinklicht ein. Prüfer: „Das könnte ein Platter sein!“ Und zu Jakob gewandt: “Sie bleiben bitte sitzen!“ Sagt’s und steigt gleichzeitig mit mir aus, um nachzusehen. Tatsächlich, der Pneu des linken Hinterrads ist ziemlich flach. Wie die nähere Untersuchung zeigte, hatten wir die wahrscheinlich weit und breit einzige große Schraube erwischt, die an diesem Tag auf der Autobahn zu finden war. Also Auto sichern, Schraube raus - Premium Seal rein. Nach knapp 10 Minuten ging’s weiter. Am Ende der Prüfungsfahrt wandte sich der sonst eher wortkarge Prüfer mit einer kleinen Ansprache an Jakob. Und die ging so: „Wenn ich mir nicht ziemlich sicher wäre, dass Sie einen solchen Zwischenfall noch nie geübt haben, müsste ich angesichts Ihrer besonnenen Reaktion denken, das war getürkt. So aber kann ich Sie nur loben.“ Anonymus/GLH

 

Aus Februar 2010:

Aus FPX 02/2010
Wer sagt, Aufklärung und Appelle nützten nichts?
An den wichtigsten Mautstellen Frankreichs wurden in der Zeit zwischen den Jahren eine halbe Million Alkohol-Testsets gratis an Autofahrer verteilt. Zusätzlich appellierten aufrüttelnde TV-Spots an die Verantwortung der Bürger, alkoholisierten Freunden und Familienmitgliedern die Heimfahrt mit dem eigenen Auto auszureden. Die Ergebnisse der Kampagne können sich sehen lassen: 67 Verkehrstote weniger (- 18,5 %) und 5.577 (- 25,1 %) weniger Verletzte als im Dezember 2008. Laut vorläufiger Unfallstatistik des französischen Verkehrsministeriums konnte damit die Jahresbilanz 2009 „in letzter Minute“ zum Positiven gewendet werden. Während die Zahl der Verkehrstoten (4.262) stagnierte (- 0,3%), ist die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden (68.512) um 8% zurückgegangen. Die Verbesserung der Verkehrssicherheit ist in Frankreich Chefsache: Staatspräsident Nicolas Sarkozy war mit dem Versprechen angetreten, die Anzahl der Verkehrstoten bis 2012 auf einen Wert unter 3000 zu drücken. Zum Vergleich: Ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden zufolge sind im Jahr 2009 in Deutschland bei Verkehrsunfällen 4.050 Menschen tödlich verunglückt, was gegenüber 2008 einer Minderung um 427 Verkehrstote (- 9,5%) entsprechen und den niedrigsten Stand seit Einführung der Statistik bedeuten würde. ARCD/GLH

Aus FPX 02/2010
Ist der US-Markt reif für Diesel-Pkw?
Warum tun sich die deutschen Hersteller mit ihren sparsamen Diesel-Autos in den USA noch immer so schwer? „Ich habe mir das überlegt“, sagt Pensionär Bill Walthers aus Punta Gorda in Florida, „aber zum einen sind die deutschen Dieselautos in der Anschaffung ein gutes Stück teurer als vergleichbare amerikanische Benziner und zum anderen kostet die Gallone Diesel bis zu einem Dollar-fünfzig mehr als Normalbenzin. Da habe ich einfach gerechnet und mir statt eines VW Jetta einen Ford Fusion gekauft.“ Walthers kennt sich aus:

Der Ingenieur hat 35 Jahre für einen namhaften amerikanischen Autozulieferer gearbeitet. Er lobt die deutsche Dieseltechnik über den grünen Klee: „Sparsamkeit, Drehmoment und Laufruhe sind einzigartig, deshalb denke ich, werden deutsche Diesel-Pkw auch in den USA zukünftig einen besseren Markt haben, aber das wird noch eine Weile dauern.“ Ein Problem sieht Walthers auch im Tankstellennetz, das nur zum kleineren Teil auf Kraftstoff für moderne Dieselmotoren eingestellt ist. „Einer meiner Freunde fährt einen Mercedes-Diesel, ein wunderbares Auto, aber wenn er weite Strecken fährt, findet er oft nur mühsam eine Tankstelle, die den richtigen Dieselkraftstoff führt.“ Und Walthers legt nach: „Unsere großen Drei (Chrysler, Ford, GM, die Red.) haben vor allem auch die Dieselentwicklung verpennt, die brauchen Jahre, den Vorsprung der Europäer aufzuholen. Da kommt ihnen der künstlich überhöhte Dieselpreis und die schwache Tankstellenstruktur gerade recht, um die bessere Konkurrenz fernzuhalten.“ GLH

Aus FPX 02/2010
TÜV SÜD: Wie Online-Shopping sicherer sein kann
Das Internet zieht Nepper und Betrüger bekanntlich magisch an. Dabei haben diese Zeitgenossen neben anderem auch den boomenden Online-Handel im Visier. In einer jüngsten Pressemitteilung gibt der TÜV SÜD wertvolle Tipps, wie man sich als Kunde zusätzlichen Schutz beim Online-Shopping verschaffen kann. Seriöse Online-Händler erkennt man daran, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), ein vollständiges Impressum, Angaben zum Datenschutz sowie Kontaktmöglichkeiten genannt und leicht zu finden sind. Als Kunde sollten Sie auch die Angaben zum Unternehmen („Wir über uns“) lesen und darauf achten, ob die Datenübertragung hinsichtlich Bank- oder Kreditkartendaten über eine verschlüsselte Leitung erfolgt. Zu erkennen ist dies an einem kleinen geschlossenen Schloss unten rechts im Browser. Zertifikate, wie TÜV SÜD s@fer-shopping, geben einen HinPassbildweis darauf, dass Daten bei diesem Anbieter möglichst sicher behandelt werden. Wer mehr darüber wissen will, ruft www.safer-shopping.de auf. TÜV SÜD/GLH

Aus Januar 2010:

Aus FPX 01/2010
Deutsche Autofahrer Spitze in Europa
Dieser Titel rauschte Mitte November letzten Jahres durch den Blätterwald. Wer daraus auf eine wissenschaftliche Studie schloss, war schon nach wenigen Zeilen ernüchtert. Die imposante Überschrift stand für das Ergebnis einer Umfrage der AXA-Versicherung. Trotzdem tat es gut zu lesen, wie positiv die europäischen Nachbarn uns Deutsche als Autofahrer einschätzen. Rund 8.000 Befragte aus zehn Ländern nahmen an der Befragung teil und setzten die Deutschen in puncto Sicherheitsbewusstsein im Straßenverkehr auf den 1. Platz. 83 Prozent der deutschen Autofahrer fühlen sich auf heimischen Straßen sicher, im europäischen Durchschnitt sind es nur 75 Prozent. Alkohol am Steuer ist gefährlich, meinen neun von zehn deutschen Autofahrern. Dennoch fährt ungefähr jeder Zehnte gelegentlich mit Alkohol im Blut. Im europäischen Durchschnitt setzt sich jeder fünfte Fahrzeuglenker ab und zu alkoholisiert ans Steuer. Für etwa 90 Prozent der deutschen Autofahrer sind zu geringe Sicherheitsabstände, Fahren ohne Sicherheitsgurt, Alkohol am Steuer und Rechtsüberholen auf der Autobahn die gefährlichsten Verkehrssünden. Damit zeigen sich deutsche Autofahrer deutlich gefahrenbewusster als ihre Kollegen aus anderen europäischen Ländern. Dass sich die befragten deutschen Fahrer auf Landstraßen am sichersten fühlen, ist eine fatale Fehleinschätzung und somit ein bitterer Wermutstropfen im süßen Wein des Lobes. Denn genau auf diesen Straßen geschehen mehr als die Hälfte aller Unfälle mit Todesfolge. ARCD/GLH

Aus FPX 01/2010
Nervenflattern an der Baustelle
Ganz andere Ergebnisse, die jedoch aufmerksame Beobachter nicht sonderlich zu überraschen vermögen, erbrachte eine Umfrage der Sachverständigen-Organisation DEKRA unter 1.700 Autofahrern. Danach bekommen viele Fahrer an Autobahnbaustellen das Nervenflattern. Knapp jeder Zweite (46%) fühlt sich dort häufig nicht sicher. Besonders oft ist das bei Frauen und jungen Fahrern der Fall. Das geht so weit, dass jeder sechste Fahrer (17%) an Baustellen manchmal „richtig Angst“ bekommt. Nach Ansicht von 41 Prozent aller Befragten sind Baustellen eine echte Gefahrenquelle. An Baustellen wird oft zu schnell gefahren, beklagen 61 Prozent der Autofahrer. Großes Unbehagen herrscht auf den linken Fahrstreifen im Baustellenbereich, die mehr als drei Viertel (78%) als zu schmal empfinden. Zwei von drei Fahrern (65%) überkommt beim Überholen von Lkw gar öfter ein flaues Gefühl im Magen. So wundert es nicht, dass 42 Prozent den linken Fahrstreifen in der Regel meiden. Bei den Frauen ist es sogar jede Zweite. Jeder Vierte (28%) beanstandete die oft nicht ausreichende Sicherung der Autobahnbaustellen. Hierin sehen Frauen (34%) und junge Fahrer (31%) besonders häufig ein Manko. Die Befragung der 1.700 Fahrerinnen und Fahrer erfolgte anlässlich der HU an einer der DEKRA-Niederlassungen. Zurzeit gibt es bundesweit sehr viele Autobahnbaustellen. Für Fahrschulen also kein Mangel an Gelegenheiten, die Beklemmungen der angehenden jungen Fahrerinnen und Fahrer mindern zu helfen. DEKRA/GLH

Aus FPX 01/2010
September 2009: Mehr Tote und Verletzte im Straßenverkehr - aber Trend für 2009 weiter rückläufig
In einer Verlautbarung vom 19. November 2009 teilte das Statistische Bundesamt mit, dass in Deutschland im September 2009 fünf Personen (1,3%) mehr als im September 2008 ihr Leben bei Straßenverkehrsunfällen verloren. Insgesamt ging die Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle in den ersten drei Quartalen 2009 gegenüber dem Vorjahr um 9,9 Prozent auf 3.099 zurück. Damit bestätigte sich, vorbehaltlich der Ergebnisse des 4. Quartals 2009, der bisherige Trend des stetigen Rückgangs der Anzahl der im Straßenverkehr tödlich Verunglückten. Dagegen sind die Unfälle, bei denen ausschließlich Sachschaden festgestellt wurde, um 0,6 Prozent auf 1,44 Millionen leicht angestiegen. DESTATIS/GLH