Aktuelle News: Bayerische Jäger gegen den Wildunfall / Automatik im Führerschein noch zeitgemäß?

Leitpfosten mit blauem Wildwarnreflektor

© FahrSchulPraxis - Entnommen aus Ausgabe Januar /2011, Seite 6

Bayerische Jäger gegen den Wildunfall

Im Jahr 2009 hat die Polizei in Bayern mehr als 55.000 Wildunfälle registriert, bei denen zwei Personen getötet und 464 verletzt wurden. Seit November letzten Jahres dürfen in Bayern Revierbesitzer und Jäger nach vorhergegangener Absprache mit der Straßenbauverwaltung auf eigene Kosten farbige Wildwarnreflektoren an Leitpfosten anbringen.

Der Zulassung der nicht typgenehmigungspflichtigen farbigen Reflektoren in ganz Bayern ging ein Modellversuch in Oberfranken voraus. Im Schlussbericht dazu heißt es, die Verwendung von farbigen Wildwarnreflektoren an Straßenleitpfosten habe die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt. Laut Staatssekretär Gerhard Eck vom bayerischen Innenministerium erhoffen sich die Jäger von den Reflektoren eine Irritation des Wildes. Damit werde es jedenfalls zum Teil vom Überqueren der Straße abgeschreckt. Außerdem habe sich als positiver Nebeneffekt herausgestellt, dass durch die Reflexion der farbigen Wildwarnreflektoren Leitpfosten besser erkannt werden können. Die von Bürgern initiierte Aktion hat, wie könnte es in Deutschland anders sein, sofort ein ganzes Rudel Bedenkenträger hervorgebracht. Bekrittelt wird die Befugnis der Jäger, die „öffentlichen Leitpfosten eigenmächtig verändern“ zu dürfen. Auch wird befürchtet, besonders das Rehwild werde künftig vermehrt an Stellen über die Fahrbahn wechseln, an denen der zuständige Jagdrevierbesitzer es unterlassen habe, die Reflektoren anzubringen. Wieder andere Klugis meinen, die Veränderung von Leitpfosten sei eine hoheitliche Aufgabe, die Jägern und Revierbesitzern nicht zustehe. Jo mei, sag‘ i do, Eure Sorgen möcht‘ i ham ... GLH

Automatik im Führerschein noch zeitgemäß?

Zu dieser Frage äußerte sich im November letzten Jahres Horst Schneider, Vorstandsmitglied der TÜV SÜD AG. In einem Essay für den Newsletter der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V. führte er u. a. aus:

„In Deutschland werden heute Kraftomnibusse und schwere Lkw überwiegend mit automatischen Getrieben ausgeliefert. Sie stellen wirtschaftliche und Kraftstoff sparende Fahrweise sicher und entlasten die Fahrer im zunehmend komplexer werdenden Verkehrsalltag. Bei vielen Sicherheitssystemen von Pkw der Premiumklasse sind automatische Getriebe Voraussetzung für deren Funktionalität, etwa bei der automatischen Abstandsregelung. Diese Systeme werden auch in den anderen Klassen zunehmend Einzug halten. Die bewährte professionelle Ausbildung von Kraftfahrern in Deutschland muss diesem Trend Rechnung tragen. Voraussetzung für das Führen von modernen Nutzfahrzeugen ist die Kenntnis automatischer Getriebe und deren sichere und routinierte Bedienung. Zwar sollte auch das Schalten mit der Hand sitzen, es ist jedoch heute nicht mehr die Regel. Die Ausbildung muss dem Trend – auch bei Pkw – Rechnung tragen, und die Lösung liegt aus meiner Sicht auf der Hand: Der Automatikeintrag sollte entfallen.“ (direkt zum Artikel ...)

In seinen weiteren Ausführungen empfiehlt Schneider Überlegungen darüber anzustellen, ob die frühere Regelung, wonach bei Abnahme der Prüfung auf einem Automatikfahrzeug der beschränkende Eintrag unterblieb, sofern der Bewerber nachwies, sechs Fahrstunden auf einem Fahrzeug mit herkömmlichem Schaltgetriebe absolviert zu haben, in zeitgemäßer Form wieder einzuführen sei. Mit diesem Essay, im vollen Wortlaut unter www.deutsche-fahrlehrer-akademie.de  (direkt zum Artikel ...) nachzulesen, hat erstmalig eine Führungskraft einer der großen Prüforganisationen klare Stellung zu einer längst gärenden Frage bezogen. GLH