Verbandstag 2013: Großer Abschied – optimistischer Neubeginn

© FahrSchulPraxis - Entnommen aus Ausgabe Mai/2013, Seite 242

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Jochen Klima zum Vorsitzenden gewählt

Nach 16 erfolgreichen Jahren legte Peter Tschöpe an diesem 20. April 2013 die Führung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. nieder. Zugleich ging von dieser Freiburger Jahreshauptversammlung die ermutigende Botschaft aus: Wir wollen bewahren, ausbauen und erneuern.

Die gewöhnlich von der Sonne begünstigte Schwarzwaldmetropole glänzte an diesem April-Wochenende nicht mit Kaiserwetter. Das jedoch tat der Stimmung der mehr als 500 Besucher der 63. Jahreshauptversammlung keinen Abbruch. Im großen Saal des Freiburger Konzerthauses herrschten Spannung und Erwartung, als Peter Tschöpe um 10 Uhr die dreiundsechzigste ordentliche Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. eröffnete.

Herzlich willkommen in Freiburg

Peter TschöpeDer großen Anzahl von Mitgliedern und den vielen Gästen aus nah und fern rief Tschöpe ein herzliches Willkommen zu. Eine Reihe von Gästen begrüßte Tschöpe mit besonders warmen Worten der Dankbarkeit für viele Jahre fruchtbarer, verständnisvoller Zusammenarbeit und Zuwendung. Darunter Dr. Thomas Kirschner vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg, Robert Wilhelm, Torben Bogdann und Hubertus Goldkuhle vom Vertrieb Deutschland der Mercedes-Benz AG, Walter Rubsamen, Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung der Stadt Freiburg, Gerhard von Bressensdorf, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V., Wolfgang Eichler und Marcellus Kaup von der TÜV SÜD Auto Service GmbH, Andreas Anft, Vorstand der Fahrlehrerversicherung VaG, Professor Dr. Klaus Langwieder, Präsident der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V., Dipl.-Päd. Michael Fingskes, Dietmar Enkel, Abteilungspräsident im Regierungspräsidium Tübingen und Joachim Krieger, Geschäftsführer des Verlags Heinrich Vogel.

Sehr herzlich begrüßte Tschöpe auch die Vorsitzende des Hamburger Fahrlehrerverbandes Sabine W. Darius und zehn weitere Vorsitzende von Landes-Fahrlehrerverbänden.

Ein herzliches Grüß Gott und Worte aufrichtigen Dankes richtete Tschöpe an die ausstellenden Firmen. Allen voran an die Daimler AG, der sich der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg seit mehr als vier Jahrzehnten durch eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit auf verschiedenen Gebieten, namentlich dem der Verkehrssicherheit, verbunden weiß.

Familie 

An diesem auch für seine Familie bedeutsamen Tag “erlaubte“ sich Peter Tschöpe einmal seine Lieben dabei zu haben und sie willkommen zu heißen. „Meine Frau, meine Söhne, Schwiegertöchter, Enkelinnen und Enkel sind nach Freiburg gereist, weil sie sicher sein wollen, dass ich mein Versprechen wahr mache, künftig mehr Zeit für sie zu haben. Ich freue mich, dass Ihr alle gekommen seid“, begrüßte Tschöpe unter starkem Beifall seine Familie.

Rückblick 

In einem kurzen Rückblick ging Tschöpe auf die wichtigsten Ereignisse seiner Zeit als Vorsitzender ein.

„Der Beginn meiner Amtszeit im Jahr 1997 war als Folge der zweiten EG-Führerscheinrichtlinie von der großen Führerscheinreform des Jahres 1999 geprägt.

In den letzten beiden Jahren stand die Umsetzung der dritten EG-Führerscheinrichtlinie an. Beide Reformen waren bedeutende Schritte für die Freizügigkeit der Europäer. Keineswegs, und das will ich betonen, ist damit die Vereinheitlichung der Rechtsverhältnisse in den Bereichen Fahrerlaubnisrecht, Fahrausbildungs- und Fahrprüfungswesen abgeschlossen.

Wenn ich die äußeren Bedingungen der Reformen von 1999 und 2013 vergleiche, so war – obwohl inhaltsschwerer – die Umstellung für Behörden, Prüforganisationen und Fahrschulen anno 1999 leichter, weil schon viele Monate zuvor Klarheit über die am Stichtag in Kraft tretenden Neuerungen bestand. Diesmal hingegen wurden für die Fahrschulen wichtige Regelungen noch wenige Tage vor dem Inkrafttreten geändert. Da Text und Daten der Umsetzung der dritten EG-Richtlinie seit 2006 bekannt waren, kann für die häufigen und teils sehr späten Änderungen der deutschen Bestimmungen nicht Brüssel verantwortlich gemacht werden. Richtig ist allerdings, dass die für die Dokumentation der Besitzstände erforderlichen Schlüsselzahlen erst sehr spät von Brüssel geliefert wurden. Erfreulich ist jedoch, dass die Umstellung nach dem 19. Januar 2013 im großen Ganzen problemlos lief. Dafür gebührt den Fahrerlaubnisbehörden, dem TÜV und den Fahrschulen gleichermaßen ein ganz herzliches Dankeschön.“

Mit diesem tadelnden Blick in Richtung Berlin leitete Tschöpe seine Rede ein und wandte sich im Folgenden den Aktivitäten, Erfolgen und Leistungen des Verbandes zu. Hier waren die „Schlichtungsstelle für Fahrschulangelegenheiten“, die „Patenschaft der Besonnenheit“, „Fit im Verkehr“ und „RoadSense“ besondere Wegmarken.

Sehr akzentuiert ging Tschöpe auf das Verhältnis zum TÜV ein. In einer Vielzahl von Gesprächen sei es gelungen, die Serviceleistungen des TÜV gegenüber den Fahrschulen deutlich zu verbessern. Heute könnten Fahrschulen in allen Niederlassungen des TÜV in Baden-Württemberg einzelne Prüfungsplätze bestellen, statt wie früher ganze Prüftermine organisieren zu müssen. Auch bei der sogenannten Winterregelung gingen die Wetterrisiken nicht mehr einseitig zu Lasten der Fahrschule. Inzwischen sei es auch selbstverständlich, dass der TÜV unentschuldigt nicht erschienene Prüflinge darüber informiere, dass beim nächsten Termin die doppelte Gebühr fällig ist. Schließlich sei keine Fahrschule mehr verpflichtet, die Prüfgebühren von den Bewerbern zu kassieren und an den TÜV weiterzuleiten. Jeder Bewerber könne die Gebühr direkt beim Prüfer oder in der Prüfstelle bezahlen. Der Verband wolle aber erreichen, dass die Fahrschulen eines hoffentlich baldigen Tages überhaupt nicht mehr mit dem Einzug der Prüfgebühren befasst seien. Dieser Satz rief starken Beifall hervor.

Ausblick 

Er hoffe, so Tschöpe weiter, dass die überfällige Reform des Fahrlehrerrechts nicht mehr lange auf sich warten lasse. Er warnte aber zugleich vor einer Aufweichung wichtiger gesetzlicher Regelungen wie z.B. der ungeteilten Verantwortung des Fahrschulinhabers bzw. des verantwortlichen Leiters für die gesamte Ausbildung. 

Veränderungen

Die Fahrschulen müssten sich auf die neuen technischen Entwicklungen des Kraftfahrzeugs und auf die neuen Mobilitätsformen vorbereiten. Es sei notwendig, das EU-Recht und damit auch das nationale Recht diesen Entwicklungen anzupassen. Dazu zähle zuvorderst die veraltete Fahrerlaubnisregelung über das Führen von Kraftfahrzeugen mit automatischem Getriebe.

Tschöpe sprach auch die künftig verminderten Jahrgänge von Führerscheinaspiranten an. Das fordere die Fahrschulen heraus, ihr Geschäftsmodell rechtzeitig zu erweitern.

Peter Tschöpe stellt neues Konzept vor: MOBIL FÜR MORGENMOBIL FÜR MORGEN

Weil der Verband auf die Zukunft schaue, habe man 2011 damit begonnen, zusammen mit professionellen Beratern ein neues Konzept für die Fahrschule der Zukunft zu entwickeln. Die Initiative „MOBIL FÜR MORGEN“ sei inzwischen so weit gediehen, dass man die ersten Bausteine heute den Mitgliedern vorstellen könne.

Dankesworte

„Am Ende meiner sechszehnjährigen Amtszeit danke ich all jenen Menschen sehr herzlich, die mich in diesen Jahren unterstützt haben. Mein Dank geht auch an die Menschen, die mir mit sachlicher Kritik geholfen haben, auch die jeweils andere Seite der Medaille nicht aus dem Blick zu verlieren. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Ihnen allen möchte ich Mut für Ihren weiteren beruflichen Weg als Fahrlehrer zusprechen. Lassen Sie sich nicht von Schwarzsehern und Schwarzmalern beeinflussen. Ich bin davon überzeugt, dass engagierte Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer auch in Zukunft ihren Beruf erfolgreich ausüben werden. Dazu braucht man übrigens keine Großfahrschulen und keine Führerscheinfabriken. Und ich bitte Sie, stellen Sie sich schon heute den Herausforderungen der Zukunft. Ihr Verband wird Sie dabei auch künftig nach Kräften beraten und unterstützen.“

Gedenken 

Die Versammlung gedachte in einer Schweigeminute den im letzten Jahr verstorbenen Mitgliedern (siehe FPX Seite 253). 

Grußworte

Der Vorsitzende des gastgebenden Kreisvereins Freiburg/Breisgau-Hochschwarzwald, Wolfgang Briege, eröffnete den Reigen der Grußworte. Ihm folgte als Vertreter der Stadt Freiburg Walter Rubsamen. Beide gaben ihre Freude über die erneute Wahl ihrer Stadt als Versammlungsort des Fahrlehrerverbandes kund.

Für Mercedes-Benz, Hauptsponsor des Verbandstages, sprach Torben Bogdann vom Vertrieb in Berlin. Bogdann dankte für die gute Zusammenarbeit mit dem Verband und den Fahrschulen. Er machte deutlich, sein Haus lege großen Wert darauf, den Fahrschulen sowohl im Pkw- als auch im Lkw-Bereich hochwertige, fahrschulmäßig ausgestattete Lehrfahrzeuge zu fairen Konditionen anbieten zu können.

Bundesvorsitzender Gerhard von Bressensdorf lobte die langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Fahrlehrerverband Baden-Württemberg. Er pries Peter Tschöpe als einen profunden Sachkenner und hervorragenden Teamplayer, der auch als stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung ausgezeichnete Arbeit für den Berufsstand geleistet habe.

Die Grüße der TÜV SÜD Auto Service GmbH überbrachte TP-Leiter Marcellus Kaup. Er ging kurz auf die Rechtsänderungen des letzten Jahres ein. Dabei seien alle Beteiligten zu lange im Unklaren gelassen worden. Trotz der nicht einfachen Sachlage hätten die Fahrschulen und der TÜV es aber geschafft, ihre Kunden bestens zu bedienen. Kaup schloss sein Grußwort mit herzlichem Dank an alle für diese Leistung.

Die Versammlung erwartete mit Spannung den Vortrag von Landespolizeipräsident Prof. Dr. Wolf Hammann zum Thema: Die Verbandsfahrschulen als Teil der vernetzten Verkehrssicherheitsarbeit in Baden-Württemberg

Hammann bedankte sich zunächst beim Vorsitzenden für die Einladung. Sodann führte er aus:

„Es ist mir eine Ehre, vor den Menschen sprechen zu dürfen, die aus meiner Sicht einen entscheidenden Baustein für die Verkehrssicherheit liefern. Die Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer sorgen für die Einhaltung der Regeln, den sicheren Umgang mit den Fahrzeugen und was noch viel wichtiger ist: Sie klären im persönlichen Gespräch auf, vermitteln Hintergründe und das „Warum“. Deshalb ist der Fahrlehrerverband mit seinen Mitgliedern ein wichtiger Partner der Polizei.

GIB ACHT IM VERKEHR

Innerhalb der Aktion GIB ACHT IM VERKEHR erleben wir seit zwei Jahrzehnten den Fahrlehrerverband als Ideengeber und Unterstützer vieler Aktivitäten. Vor allem Sie, Herr Tschöpe, haben die Gründungsentwicklung der Aktion GIB ACHT IM VERKEHR 1992 maßgeblich geprägt.

Diese Gemeinschaftsaktion ist bundesweit einmalig, beispielhaft und erfolgreich. Ich möchte nur wenige Projekte nennen, die Sie unterstützen: Motorradtage, Trucker-Treffs, Verkehrssicherheitstage an Schulen oder Aktionen für Fahranfänger. Dazu zählt auch der jährliche Landestag der Verkehrssicherheit, den Sie mit Ihrem Verband regelmäßig inhaltlich, aber auch finanziell mit einer Preisstiftung fördern. Wie wichtig und unerlässlich eine partnerschaftliche Unterstützung bei der Verkehrsunfallbekämpfung ist, zeigt uns der Blick auf die Unfallzahlen.

Unfallbilanz

Die Verkehrsunfallbilanz des vergangenen Jahres weist uns in Baden-Württemberg auf mehrere Auffälligkeiten hin: Zum einen haben wir mit 471 Verkehrstoten im Jahr 2012 erneut einen historischen Tiefstand erreicht. Das hört sich zunächst positiv an. Aber wir sollten einen Blick auf die Dimension werfen. Das Risiko, als Verkehrsopfer das Leben auf unseren Straßen zu verlieren, ist nahezu vier Mal höher, als Opfer eines Kapitalverbrechens zu werden. Die Zahl von 47.000 verletzten Verkehrsunfallopfern entspricht ziemlich genau der Einwohneranzahl der Städte Baden-Baden oder Offenburg. Bei 290.000 registrierten Verkehrsunfällen entsteht uns jährlich ein volkswirtschaftlicher Schaden in Höhe von fast 3 Milliarden Euro. Diese Fakten verdeutlichen aus meiner Sicht die große Bedeutung der Verkehrssicherheitsarbeit. Deshalb müssen wir an unserem Ziel festhalten, die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten im Straßenverkehr in Baden-Württemberg weiter zu reduzieren. 

Risikogruppe „Junge Fahrer“ 

Wer aber ist vom Unfallgeschehen besonders betroffen? Ich möchte hierzu zwei Risikogruppen herausgreifen. Bei den Verkehrsteilnehmern ist neben den Motorradfahrern besonders die Risikogruppe der „Jungen Fahrer“ im Alter zwischen 18 bis 25 Jahren stark unfallbelastet. Nahezu jeder sechste Verkehrstote war eine junge Fahrerin oder ein junger Fahrer. Obwohl der Bevölkerungsanteil der jungen Fahrer lediglich bei neun Prozent liegt, ist diese Personengruppe an circa jedem dritten Unfall mit Personenschaden beteiligt. Allerdings spielen bei dieser Risikogruppe auch positive Entwicklungen eine Rolle. Der Modellversuch „Begleitetes Fahren mit 17“ wurde zum 1. Januar 2011 in bundesweites Dauerrecht überführt. Die ersten wissenschaftlichen Begleitstudien waren erstaunlich: Die Teilnehmer verursachten deutlich weniger Unfälle und Unfalldelikte als andere Führerscheinabsolventen. Zudem gab es bei ihnen nur halb so viele Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Bewährt hat sich auch die Null-Promille-Grenze für Fahranfänger in der Probezeit und für junge Fahrer unter 21 Jahren. Sie wird bei der betroffenen Zielgruppe gut akzeptiert und hat zu einem deutlichen Rückgang bei Alkoholfahrten und alkoholbedingten Unfällen geführt.

Senioren

Daneben gewinnt die Diskussion um die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Verkehrssicherheit an Intensität. Senioren ab 65 Jahre sind deutlich seltener an Unfällen beteiligt, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Allerdings war in 2012 nahezu jeder vierte im Straßenverkehr tödlich verunglückte Verkehrsteilnehmer im Seniorenalter. Darüber hinaus ist der Anteil der Unfälle, die von Senioren selbst verursacht werden, ähnlich hoch wie bei jungen Erwachsenen. Ältere verunglücken überwiegend als Fußgänger, Radfahrer und Beifahrer. Wir werden uns zukünftig bei der Präventionsarbeit auf den Wandel der Mobilität und ältere Verkehrsteilnehmer einstellen müssen.

Zugang zu Zielgruppen nutzen 

Ich appelliere daher an Sie alle, auch in Zukunft den potentiellen Zugang zu unseren Zielgruppen für eine erfolgreiche Verkehrssicherheitsarbeit zu nutzen. Wir brauchen Ihre Fachkompetenz und Ihr Erfahrungswissen. Nur so können wir in der Verkehrssicherheit noch besser werden. Ihr Projekt „Fit im Verkehr“ bietet innerhalb der Fahrschulen hierzu hervorragende Möglichkeiten. Die geplante Weiterentwicklung des Projektes und die Einbindung neuer Mobilitätsformen begrüße ich sehr. So weit ein kurzer Ausflug in unsere Unfallstatistik und die Konsequenzen daraus.

Dank an Tschöpe

Mein besonderer Dank gilt an diesem Tag Herrn Tschöpe als wertvoller Wegbegleiter der Aktion GIB ACHT IM VERKEHR und für 16 Jahre außerordentliches Engagement für die Verkehrssicherheit. Sie sind als Experte seit vielen Jahren für GIB ACHT IM VERKEHR und die gesamte Verkehrssicherheitsarbeit in Baden-Württemberg von unschätzbarem Wert. Über unsere Landesgrenzen hinweg genießen Sie mit Ihrer Kompetenz im Bereich des Fahrlehrerwesens und des Fahrerlaubnisrechts den hervorragenden Ruf des konstruktiven Beraters, aber auch den des positiv kritischen Beobachters. Unermüdlich haben Sie sich immer wieder im Sinne des Gemeinwohls aus tiefer Überzeugung und mit ganzer Kraft für die Sicherheit der Menschen auf unseren Straßen eingesetzt. Die Ehrungen für die Verdienste um die Verkehrssicherheitsarbeit mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande im Jahr 2008 und der Verleihung der Staufermedaille 2012 sind nur ein kleiner Ausdruck des Dankes.

Den erfolgreichen Weg gemeinsam weitergehen

Wir wünschen uns von dem zukünftigen Verbandsvorsitzenden und von Ihnen allen, diesen erfolgreichen Weg gemeinsam weiterzugehen. Bitte suchen Sie auch in Zukunft den engen Kontakt und Schulterschluss mit der örtlichen Verkehrsprävention. Sie werden dort auf offene Ohren stoßen. Die gute Zusammenarbeit in der Aktion GIB ACHT IM VERKEHR wird sich auch nach der Polizeistrukturreform nicht ändern. Im Gegenteil, Prävention wird von uns endgültig und flächendeckend zur Chefsache gemacht. Die Koordination und die strategische Steuerung der präventiven Aufgaben erfolgt landesweit direkt am Ort der zwölf regionalen Polizeipräsidien; natürlich unter der Obhut des Innenministeriums.

Unsere langjährige Erfahrung mit dem Fahrlehrerverband stimmt mich für die Zukunft optimistisch. Diese Zusammenarbeit von Menschen für Menschen macht unseren Erfolg bei der Verkehrssicherheitsarbeit aus. Ohne die tatkräftige Unterstützung und das Engagement des Fahrlehrerverbandes mit seinen 2000 Mitgliedern wären die Menschen in Baden-Württemberg nicht so sicher auf den Straßen, wie sie es heute sind. Ihnen, Herr Tschöpe, wünsche ich für den neuen Lebensabschnitt gesundheitlich nur das Beste. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.“

Die Versammlung unterbrach die Rede des Landespolizeipräsidenten mehrfach durch starken Applaus. Als er kurz extemporierte und seinen Fahrlehrer lobte, dessen guter Schulung vor 40 Jahren er bis heute unfallfreies Fahren verdanke, war es im Saal noch stiller als zuvor. Lob tut eben gut.

Verabschiedung von Peter Tschöpe

Am Ende des Vormittags übernahm Jochen Klima das Rednerpult und fand zur Verabschiedung von Peter Tschöpe anerkennende, einfühlsame Worte. Diese Verabschiedung bringe ihn in einen gewissen Zwiespalt:

„Einerseits freue ich mich für Sie, nun wieder Herr Ihrer Zeit zu sein. Das wird sicher auch Ihrer Frau und Ihrer großen Familie gefallen. Die andere Seite ist, dass wir alle Ihr unermüdliches Engagement für den Berufsstand und Ihren enormen Sachverstand sehr vermissen werden.“

Er wisse, so Klima weiter, dass Peter Tschöpe es ablehne, zum Ehrenvorsitzenden ernannt zu werden. Trotzdem komme er nicht ganz um eine Ehrung herum, denn der Beirat habe beschlossen, ihm heute die Goldene Ehrennadel des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg zu verleihen.

„Im Namen aller Mitglieder des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg danke ich Ihnen sehr herzlich für alles, was Sie in den vergangenen Jahren für uns und für den gesamten Berufsstand geleistet haben.“

Und an Walburga Tschöpe gewandt:

„Liebe Frau Tschöpe, Sie mussten in den letzten Jahren sehr oft auf Ihren Mann verzichten. Für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung danken wir auch Ihnen sehr herzlich.“ 

Abschiedsgeschenk  

Ein Blumengruß für Walburga TschöpeKlima überreichte Frau Tschöpe einen Blumengruß und fuhr an Tschöpe gewandt fort:

„Für uns im Vorstand und für die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle war klar, dass es für Sie ein Geschenk sein muss, das man weder im Laden noch im Versandhandel erwerben kann, das Sie aber trotzdem mit nach Hause nehmen können und das Ihnen außerdem ein bisschen Freude bereitet. Dabei ist ein Film herausgekommen, den wir uns jetzt gemeinsam anschauen. Zuvor aber wünsche ich Ihnen, lieber Herr Tschöpe, im Namen aller Mitglieder, im Namen des Vorstandes und des Beirates, im Namen unserer Mitarbeiterinnen und, ich denke, ich darf für alle Anwesenden sprechen, einen wunderbaren, anregenden, lange währenden dritten Lebensabschnitt mit neuen Glanzlichtern und viel Freude und Harmonie im Kreise Ihrer Lieben.“

Dieser Rede folgten minutenlange Standing Ovations.

Der Film

39 Jahre Verbandsarbeit, davon 24 Jahre im Landesvorstand, 16 Jahre Erster Vorsitzender und sieben Jahre stellvertretender Bundesvorsitzender! Da kommt für eine Doku richtig Stoff zusammen. Daraus haben die Macher des Films, allen voran Nadine Kirn von der Geschäftsstelle des Verbandes und die Schiegl GmbH, Korntal, ein Skript geformt, alles gut sortiert, hervorragend gefilmt und geschnitten. 18 Wegbegleiter von Peter Tschöpe aus nah und fern haben sich spontan über ihre Begegnungen, ihre Zusammenarbeit und auch ihre Freundschaft mit Tschöpe geäußert. Auch die Familie wirkte mit – und hielt still. Tschöpe wusste ebenso wenig von dem Streifen wie die 500 Zuschauer im Saal. Die Überraschung war groß, die Emotionen nicht minder, der Beifall gigantisch.

Der Nachmittag

Die interne Versammlung am Nachmittag begann mit der Ehrung von Mitgliedern für 25-jährige Tätigkeit als Fahrlehrer/innen, deren Namen – wie auch die Namen der weiteren geehrten Mitglieder – in der FPX, Ausgabe 05/2013, ab S. 254 aufgelistet werden.

Geschäftsbericht des Vorstandes

Der Geschäftsbericht samt Kassenberichten wurde den Mitgliedern beim Betreten des Saals ausgehändigt. Tschöpe konnte sich deshalb in seinem Vortrag auf die Erwähnung der wesentlichen Ereignisse und Daten beschränken.
Flagge zeigen! Das sollen die Mitglieder. Sie sollen öffentlich deutlich machen, dass sie dem Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. angehören: einer fortschrittlichen Gemeinschaft von Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern, deren Berufsauffassung und -ausübung auf ethischen Grundsätzen beruht. Dabei will sie MOBIL FÜR MORGEN plakativ unterstützen. Die ersten Bausteine der Initiative sind ein Verkehrsquiz und ein Award, der für den Fahrzeugpark, für den Lehrraum und das Schaufenster von Fahrschulen vergeben wird. Die öffentliche Bekundung von Integrität, hoher Ausbildungsqualität, von Preiswahrheit und Preisklarheit sei heute für Fahrschulen wichtiger denn je. Es gelte, sich von weniger qualifizierten Fahrschulen erkennbar abzusetzen. Über Einzelheiten zu MOBIL FÜR MORGEN berichten wir ausführlich in der nächsten Ausgabe der FahrSchulPraxis.

Rechnungsprüfung  

Rechnungsprüfer Kollege Roland Hager berichtete über die zusammen mit dem Kollegen Matthias Bihlmaier in den Geschäftsräumen des Verbandes durchgeführte Prüfung der Bücher des Verbandes und der Sterbekasse STOCK. Er führte aus, die Prüfung habe zu keinerlei Beanstandung geführt. Eine Aussprache zu den Berichten wurde nicht gewünscht. Hager stellte daraufhin den Antrag auf Entlastung des Vorstandes, dem die Versammlung bei wenigen Enthaltungen einstimmig stattgab.

Festsetzung der Jahresbeiträge

Tschöpe wies zunächst noch einmal auf die Bilanz des Verbandes hin und hob besonders die günstige Eigenkapitalquote hervor. Er machte aber auch auf den in der Gewinn- und Verlustrechnung 2012 des Verbandes ausgewiesenen Fehlbetrag von 16.591,08 € aufmerksam. Dieser verlange im Verein mit dem für 2013 vorgelegten Haushaltsplan eigentlich eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. In Anbetracht der zurzeit immer noch schwachen Ertragslage der Fahrschulen wollten Vorstand und Beirat darauf möglichst verzichten. Um 2013 zu einem ausgeglichenen Haushalt zu gelangen, schlage der Vorstand vor, für den Bezug der Fachzeitschrift FAHRSCHULE ab 01.07.2013 zusätzlich einen Beitrag von 20, 23 oder 25 € zu verlangen, und zwar für alle Mitglieder. Für Mitglieder, die auf den Bezug dieser Zeitschrift verzichteten, bleibe der Beitrag wie bisher. Den Mitgliedern gehe darüber rechtzeitig ein Formular zu, auf dem sie erklären können, ob sie die Fachzeitschrift FAHRSCHULE weiterhin beziehen wollen. Heute müsse man sich darüber einig werden, ob man so verfahren könne, und wenn ja, wie hoch der Zusatzbeitrag für den Weiterbezug der FAHRSCHULE angesetzt werden soll.

Abstimmung

Danach wurde abgestimmt. Eine deutliche Mehrheit der Mitglieder sprach sich für dieses Verfahren bei einem zusätzlichen Jahresbeitrag von 25 € für die Mitglieder aus, die schriftlich erklären, die FAHRSCHULE weiterbeziehen zu wollen.

Wahlen zum Vorstand

Mit Zustimmung der Versammlung übernahm der scheidende Vorsitzende die Wahlleitung. Nach dem die Mitglieder einen aus drei Personen bestehenden Wahlausschuss berufen hatten, leitete Tschöpe die Wahl für das Amt des Ersten Vorsitzenden ein, indem er um Wahlvorschläge bat. Außer dem bisherigen Zweiten Vorsitzenden Jochen Klima wurde niemand vorgeschlagen. Die darauf erfolgte Abstimmung ergab ein einstimmiges Votum für Klima (bei Enthaltung des Kandidaten). Auf die Frage, ob er die Wahl annehme, kam von Klima ein klares Ja. Großer Beifall! Klima bedankte sich bei der Versammlung für das ihm entgegengebrachte Vertrauen.

Zweiter Vorsitzender

Scheidet ein Vorstandsmitglied aus seinem Amt vorzeitig aus, so rückt jeweils das nachgeordnete Vorstandsmitglied für die restliche Amtsdauer des Vorgängers auf (§ 10 Absatz 4 der Satzung). Da Jochen Klima noch bis zur Mitgliederversammlung 2015 gewählt war, rückte der bisherige Dritte Vorsitzende, Ralf Nicolai, in die Position des Zweiten Vorsitzenden auf (bis 2015). Der Versammlung wurde diese Satzungsregel eigens vorgetragen, worauf sie das Aufrücken Nicolais durch ein einstimmiges Votum bestätigten.

3. Vorsitzender Wolfgang RiekerFoto: 3. Vorsitzender Wolfgang Rieker

Dritter Vorsitzender

Durch das Aufrücken des bisher Dritten Vorsitzenden war diese Position frei geworden. Für das Amt bewarben sich die Kollegen Roland Hager aus Giengen und Wolfgang Rieker aus Tübingen.
Beide gaben der Versammlung eine gute Vorstellung. Die Wahl erfolgte schriftlich, wie es die Satzung vorsieht. Die Auszählung durch den Wahlausschuss ergab schon im ersten Wahlgang ein klares Votum für Wolfgang Rieker. Rieker nahm die Wahl an und bedankte sich für das Vertrauen. Beifall!

Fahrlehrerversicherung

Die für die Auszählung der Stimmen erforderliche Zeit nützte Assessor Andreas Anft, Vorstand der Fahrlehrerversicherung VaG, um die Mitglieder in gestraffter Form über die Geschäftslage des Unternehmens zu unterrichten. Dabei wurde einmal mehr klar:

  • Das Angebot der Fahrlehrerversicherung ist in einzigartiger Weise auf die Bedürfnisse des Berufsstandes zugeschnitten.
  • Die Fahrlehrerversicherung arbeitet serviceorientiert und sehr wirtschaftlich, hat keine Aktionäre und muss deshalb niemandem Dividende zahlen.
  • Dementsprechend sind die Prämien günstig.
  • Das bringt zwar keine riesigen Überschüsse, die dennoch entstehenden werden regelmäßig zur Stärkung des Eigenkapitals verwendet.
  • Im letzten Jahr haben wieder mehr Kolleginnen und Kollegen zur Fahrlehrerversicherung gefunden als in den Jahren zuvor. Das bedeutet, die Menschen haben großes Vertrauen in die Solidität und die Wirtschaftlichkeit des berufseigenen Versicherungsunternehmens.

Anft ging auch auf einige außergewöhnlich teure Schadensfälle ein, die bei vielen Mitgliedern Kopfschütteln hervorriefen.

Weitere Wahlen

Weil der bisherige Rechnungsprüfer Matthias Bihlmaier und dessen Stellvertreter Heinz Knobloch ihre Ämter aus Satzungsgründen aufgeben mussten, waren ein zweiter und ein stellvertretender Rechnungsprüfer zu wählen. Als Rechnungsprüfer schlug die Versammlung die Kollegin Kerstin Schmid aus Salach, als Stellvertreter den Kollegen Martin Nies aus Karlsruhe vor. Beide wurden einstimmig gewählt. 

Zu den Tagesordnungspunkten „Die Mitglieder haben das Wort“ und „Verschiedenes“ ergaben sich keine Wortmeldungen. Das bedeutete, dass der neue Vorsitzende Jochen Klima die Versammlung um 16.35 Uhr schließen konnte. Klima bedankte sich bei den Mitgliedern für ihr Kommen und ihre konstruktive Mitwirkung.

Nachsatz

Nicht alle gingen nach Hause, sondern zur Fahrlehrer-Gala. Die aber war diesmal nicht richtig prickelnd. Jedenfalls entsprach das etwas biedere Programm nach Meinung vieler Besucher nicht der glanzvollen Mitgliederversammlung, die man tagsüber erlebt hatte.

GLH