Update: 54. Deutscher Verkehrsgerichtstag / Ein Verband geht pleite / Vorsätze

© FahrSchulPraxis - Entnommen aus Ausgabe Januar/2016, Seite 3


54. Deutscher Verkehrsgerichtstag

Der bedeutendste europäische Kongress für Verkehrsrecht tagt vom 27. bis 29. Januar 2016 in Goslar. Im Lauf der Jahre entwickelte sich der Deutsche Verkehrsgerichtstag zu einem auch international anerkannten Forum für wichtige Themen der Verkehrspolitik, des Verkehrsrechts, der Verkehrsmedizin, der Verkehrspsychologie und der Verkehrstechnik. In sieben Arbeitskreisen beraten Experten der einzelnen Disziplinen zu wichtigen Gegenwarts- und Zukunftsfragen. Der Arbeitskreis 7 wird sich mit der Reform des Fahrlehrerrechts befassen. Folgt man der Ankündigung, geht es um Modernisierung, Entbürokratisierung, Deregulierung ohne Qualitätsverlust sowie Kooperationsmöglichkeiten für Fahrschulen. Doch in diesem Programm wird der eigentlich richtungsgebende Passus der Koalitionsvereinbarung vom 27.11.2013 gar nicht angesprochen:
„Die Ausbildung der Fahranfänger wollen wir verbessern und die Qualität der pädagogischen Ausbildung der Fahrlehrer erhöhen.“
Das ist kein gutes Zeichen. Offenbar soll die „Reform“ – vorbei am politischen Willen der Koalitionäre – nur dem „Geschäft“ dienen, nicht aber der Förderung der Ausbildungsqualität. Es ist wohl wichtig ausfindig zu machen, welche Interessengruppen hinter dieser Agenda stehen. Die Empfehlungen des AK 7 müssen sorgfältig analysiert werden. Wahrscheinlich wird danach eine massive Mehrheit der organisierten Fahrlehrer/innen nicht umhin können, die Politik auf unterschiedlichen Kanälen an ihr Versprechen zu erinnern. GLH

Ein Verband geht pleite

Es soll vorgekommen sein: Ein kleiner Berufsverband geht bankrott. Das gibt es – gelegentlich sogar bei eingetragenen Genossenschaften. Die Gründe solcher Insolvenzen sind meist dieselben: Man will in der oberen Liga mitspielen, während die Ressourcen, und damit sind nicht nur die finanziellen gemeint, eigentlich schon für die Unterliga viel zu knapp sind. Geschickte Manager lassen es so weit erst gar nicht kommen: Sie liquidieren den Laden rechtzeitig, ohne Schaden anzurichten. Oder noch besser: Sie sehen sich nach einem größeren Partner um und holen dabei für ihre Mitglieder das Optimale heraus. So, wie gesagt, handeln gewiefte Manager.

Doch die Duodezfürsten-Mentalität von Vorsitzenden kleiner Verbände lässt größeres Denken nicht zu. Sie wähnen sich als Inhaber von Macht, Einfluss und Ansehen. Ihren Mitgliedern, denen sie wenig bieten können, predigen sie landsmannschaftliche Verbundenheit, die man niemals einer Fusion opfern dürfe. Das ist Unsinn, nein, üble Verdummung. Schlimm daran ist, dass sich an den Rändern immer stärkere Ausfransungen bilden, denen die selbstgefälligen Partikularisten außer ihrer verquasten Heimatideologie nichts Substanzielles entgegenzusetzen haben. Da bleibt letztendlich nur der Abgrund. GLH

Vorsätze

„Im neuen Jahr will ich einiges besser machen!“ Das ist oft der letzte Gedanke nach einer durchzechten Silvesternacht. Daraus entstehen Vorsätze, die sich meistens nur auf die eigene Person beziehen: Gewicht reduzieren, bewusster essen, den Alkohol meiden, mehr sportliche Bewegung, das Rauchen aufgeben. Gewiss lobenswerte Absichten, aber eben nur fürs Ego. Wie wäre es, wenn wir aus dieser Ichbezogenheit hinausträten und uns für 2016 vornähmen, unser soziales Gewissen zu schärfen? Uns mehr als bisher in die Sorgen und Nöte unserer Mitmenschen hineinzudenken? Am Arbeitsplatz und im Bekanntenkreis den Verbreitern dumpfer Ängste entgegenzutreten? Wie wäre es, wenn wir uns 2016 offen dazu bekannten, in einem der besten Länder dieser Erde zu leben? Wie wäre es, wenn wir 2016 öfter Stolz über unsere mit Vorzeigequalität begabte Demokratie zeigten? Gute Vorsätze sind wichtig. Sie werden zu kostbaren Bereicherungen, wenn man sie lebt. GLH