UPDATE: Künstliche Intelligenz (KI) - was ist das?

© FahrSchulPraxis - Entnommen aus Ausgabe September/2023, Seite 490

Künstliche Intelligenz (KI) - was ist das?

„Künstliche Intelligenz (KI) hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung erlebt und ist zu einem der faszinierendsten und kontrovers diskutierten Themen unserer Zeit geworden. Von selbstfahrenden Autos über personalisierte Empfehlungssysteme bis hin zu virtuellen Assistenten wie Siri und Alexa – KI hat bereits in vielen Bereichen unseres Alltags Einzug gehalten. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Künstliche Intelligenz? In diesem Artikel werden wir einen Blick auf die Grundlagen der KI werfen, ihre Anwendungen und Auswirkungen auf verschiedene Bereiche des Lebens sowie die ethischen und gesellschaftlichen Fragen, die mit ihrer Entwicklung einhergehen."

Der erste Absatz dieses Beitrags stammt nicht von mir, sondern von einem Programm namens ChatGPT, das jedermann kostenlos auf sein Endgerät laden kann. Um für diesen Beitrag einen Einstieg zu finden, habe ich ChatGPT folgende Frage gestellt: „Kannst du mir helfen, eine Einleitung für einen Artikel über Künstliche Intelligenz zu verfassen?“

Sekunden später erschien auf meinem Screen folgende Antwort: „Natürlich kann ich dir dabei helfen, eine Einleitung für einen Artikel über Künstliche Intelligenz zu verfassen. Hier ist ein möglicher Ansatz:“ Und nach dem Doppelpunkt standen die oben fett und kursiv gedruckten einleitenden Sätze. In diesem Beitrag, das vorab, wird nicht alles eingehalten, was ChatGPT in seiner Einleitung versprochen hat.

Hauptsache Bilder, nachdenken überflüssig: Wer seinen geistigen Horizont so eingeschränkt hat, wird vielleicht bei einem ähnlichen KI-Portal Bilder von verblüffender Echtheit zum Prahlen und Protzen bestellen: Er oder sie im Mittelpunkt einer Ansammlung berühmter Menschen, die so nie stattgefunden hat.

Hexerei, oder was? Hexerei ist das nicht, sondern das Ergebnis rasanter Weiterentwicklung von besonders leistungsfähigen Maschinen (Computern), „die mit sogenannten Künstlichen Neuronalen Netzen (KNN) arbeiten“, sagt der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Joachim Bauer zu KI in seinem neuen Buch REALITÄTSVERLUST.

KI ist in der Breite unserer Gesellschaft bewusst noch nicht angekommen, obwohl Millionen von Menschen tagtäglich Endgeräte wie Smartphones, Spielkonsolen und Navigationssysteme benutzen, in denen KI steckt. Interessant ist auch, wie über KI gesprochen und diskutiert wird. Die einen sehen darin eine große Gefahr für die Menschheit, die Kontrolle an eine unbeherrschbare und entmenschlichte digitale Macht zu verlieren. Andere wiederum glauben, dass KI eine für die Menschheit segensreiche Entwicklung ist.

Die mächtigsten Stimmen des Pro wurzeln in wirtschaftlichen Interessen. Die großen digitalen Player wie Google, Facebook, Instagram usw. bauen ihre KI-Fähigkeiten mit großem Tempo aus. Sie transportieren alles, was Menschen interessieren könnte. KI nützt leider auch der Manipulation von Menschen durch Verbreitung von Fake News, Halbwahrheiten und Verschwörungstheorien. KI hilft autokratischen Machthabern bei ihren Versuchen, die freiheitliche Ordnung von Demokratien mit dem Ziel der Systemänderung zu unterwandern. Beredte Beispiele aus jüngster Zeit sind das Eindringen in eigentlich gut gesicherte Netzwerke westlicher Unternehmen und politischer Institutionen. Ohne KI wäre das nicht möglich.

KI ist per se nicht böse, aber auch nicht per se gut. Es kommt darauf an, was wir Menschen daraus machen. Es ist deshalb wichtig, dass die Staaten jetzt dort Grenzen ziehen, wo KI zur Bedrohung der Selbstbestimmung des Menschen werden kann.

Zurück zum Anfang. Es wäre ein fundamentaler Irrtum zu glauben, KI habe den einleitenden Absatz dieses Beitrags dank seines schöpferischen Hirns zustande gebracht, so, wie ein Mensch sich einen Satz ausdenkt. Nein, das läuft ganz anders: Die künstlichen Neuronen ahmen durch Algorithmen das menschliche Gehirn nach. Dabei wird zur gestellten Frage das ganze Netz in unglaublicher Geschwindigkeit nach passenden Begriffen durchsucht, die verknüpft werden. Die Systeme haben längst gelernt, sich zu wissenschaftlichen Themen in vernünftigen Sätzen auf Deutsch und in vielen anderen Sprachen zu äußern. Ob alles, was sie hervorbringen, der Realität standhält, ist eine ganz andere Frage. Doch durch diese komplexen Verknüpfungen ist es möglich, schwierige Anforderungen aus den Bereichen Statistik, Informatik und Wirtschaft zu erfüllen. Dabei lernt das neuronale Netzwerk ständig dazu und kann sich selbst verbessern. GLH