FahrFitnessCheck Pressestimmen

Quelle: Heilbronner Stimme vom 17.11.2014

Kurs für Senioren soll Fahrfertigkeit überprüfen

STUTTGART
Angebot von ADAC und Fahrlehrerverband ist freiwillig – Situationen aus dem Alltag

Von unserem Korrespondenten Peter Reinhardt

Im hohen Alter steigt das Risiko. Fast jeder dritte Verkehrstote war 2013 mindestens 65 Jahre alt. Trotzdem können sich viele Senioren nicht vorstellen, den Führerschein abzugeben. Mobilität ist ein hohes Gut, auf dem Land gibt es oft gar keine Alternative zum Auto. Nun haben der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg und der ADAC einen neuen Kurs entwickelt, mit dem Senioren ihre Fahrfertigkeit freiwillig überprüfen können. 

Keine Prüfung 

„Das ist keine Prüfung“, betont Fahrlehrer Helmut Müller zu Beginn des Selbstversuchs. Er will im Vorgespräch den Teilnehmern die Angst nehmen. Dann geht es auf die Straße. Müller umrundet das Auto und verschafft sich einen Überblick über eventuelle Blechschäden, die bei älteren Fahrern öfter vorkommen. Die Fahrstunde findet im eigenen Fahrzeug statt und auf den Strecken, die im Alltag zurückgelegt werden: Einparken vor dem Supermarkt, die Fahrt zum Arzt oder zum Sportstudio. Wenn sich der Teilnehmer auf der Autobahn unsicher fühlt, baut Müller einen Testabschnitt auf der Schnellstraße ein. 

Besonders kritisch bei älteren Autofahrern ist das Linksabbiegen, weil sie die Geschwindigkeit des Gegenverkehrs nicht mehr so gut einschätzen können. Müller hält sich während der Fahrt zurück und notiert sich seine Beobachtungen. Probleme gebe es durch eingeschränkte Beweglichkeit häufig auch beim Rückwärtsfahren. Im Nachgespräch lobt Müller zunächst die „gute Umsicht“ und das Blinken vor dem Abbiegen. „Nicht so toll“ sei der „relativ zügige Fahrstil“ mit zwei Geschwindigkeitsübertretungen um zehn Stundenkilometer gewesen. Außerdem hätte man durch einen größeren Radius beim Abbiegen eine kritische Situation mit dem Gegenverkehr vermeiden können. 

Diskretion 

Auch bei großen Problemen während der Übungsstunde wahrt der Fahrlehrer die Diskretion. Die Senioren müssen nicht befürchten, dass sie durchfallen und den Führerschein abgeben müssen. „Alles sind  Empfehlungen“, betont Müller. Das kann der Rat sein, einen Sehtest zu machen oder ein spezielles Seniorentraining. „In kritischen Fällen rate ich zu einem Gespräch mit dem Hausarzt“, sagt er. Viele seien aber erleichtert, wenn ihnen die Fahrtüchtigkeit bestätigt werde. Jeder Teilnehmer bekommt eine Urkunde.

Fachleute sprechen von einem niederschwelligen Angebot, um die eigenen Fähigkeiten auf den Prüfstand zu stellen. Für verpflichtende Gesundheitschecks, wie sie einige Nachbarländer vorschreiben, gibt es in Deutschland keine politische Mehrheit. Umso mehr unterstützt Baden- Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) den Kurs: „Dieses Angebot ist für ältere Menschen eine gute Gelegenheit, die eigenen Fertigkeiten und Defizite als Autofahrer auf freiwilliger Basis zu überprüfen.“ Müller geht davon aus, dass viele Senioren von Angehörigen auf die Kurse hingewiesen werden. Die würden oft die Unsicherheiten ihrer Eltern im Straßenverkehr sehen, hätten aber meist wenig Einfluss auf hochbetagte Väter oder Mütter. Er hat schon einiges erlebt bei solchen Übungsfahrten. Etwa die 85-Jährige, die erzählte, dass sie auf der Autobahn noch mit Tempo 250 unterwegs ist. In der Regel gehe es aber um Schwierigkeiten im Umgang mit dem Auto. Viele kämen nicht mit der modernen Technik zurecht, wüssten zum Beispiel nicht, dass der Außenspiegel beheizbar ist. Eine Teilnehmerin habe sich gewundert, dass beim Rückwärtsfahren „immer der Spiegel nach unten klappt“. Inzwischen bietet der ADAC Kurse an, in denen über sinnvolle Assistenzsysteme, etwa Einparkhilfen, aufgeklärt wird. ADAC-Koordinator Werner Wiesenfarth registriert derzeit in der Woche 25 Buchungen für die freiwilligen Fahrstunden. Er findet: „Es ist gut angelaufen.“ 

Quelle: Heilbronner Stimme vom 17.11.2014

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Denise Grigori
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E-Mail: denise.grigori@wtb.adac.de

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Telefon: 0711 839875-0
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