Pressemitteilung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V.: Sinnvolle Sparmaßnahme? Simulator soll Fahrstunden ersetzen

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Ein Bundestagsabgeordneter forderte jüngst, der Führerschein müsse billiger werden. Er meinte, das sei mit überwiegend auf einem Simulator, statt auf der Straße zu erteilenden Fahrstunden zu erreichen; dabei dachte er vor allem an Autobahnfahrten, Überlandfahrten und Nachtfahrten, die auf diese Weise günstiger absolviert werden könnten. So, meinte der Volksvertreter, ließe sich die Zahl der praktischen Fahrstunden reduzieren, zugleich müssten die Fahrschulen keinen so großen Fuhrpark mehr unterhalten.

Simulatoren sind bereits in vielen Fahrschulen vorhanden. Doch sitzen Fahrschüler/-innen nicht in einem Auto, sondern vor Bildschirmen, die den Verkehrsablauf simulieren. Der automatische Systemassistent erklärt dabei, was der Fahranfänger tun muss. Das hat sich für das Erlernen von Anfangskenntnissen des Autofahrens bewährt, sodass in den ersten Fahrstunden auf der Straße das Lenken, Anfahren, Anhalten sowie das Kuppeln und Schalten den Fahrschülern/-innen nicht mehr ganz fremd ist.

Doch Übungen am Simulator können Fahrstunden in der Verkehrsrealität nicht ersetzen. Nur auf der Straße erschließt sich Fahrschülern/-innen ein Gefühl für die äußeren Maße von Fahrzeugen, erfahren sie Fliehkräfte, Vibrationen und die Geschwindigkeit in Realität. Auch der Spurwechsel im dichten Verkehr, das Fahren mit hohen Geschwindigkeiten, das Verhalten bei Drängeln, dichtem Auffahren und plötzlichem Stau kann auf dem Simulator nicht vermittelt werden. Nur auf der Straße entstehen durch unterschiedliche Verkehrsteilnehmende spontan die wirklich schwierigen Situationen, mit denen klarzukommen die Schüler/-innen lernen müssen.

Selbst angehende Piloten, die viele Stunden auf den technisch hochwertigsten und deshalb sehr teuren Simulatoren geübt haben, müssen zahlreiche Stunden in Flugzeugen im realen Luftverkehr üben, bevor sie ihren Pilotenschein erhalten.

Die Idee des Volksvertreters in Ehren, aber sie nützt ganz sicher nicht dem sicheren Lernen des Autofahrens in einem der dichtesten Straßenverkehre Europas.

Sicherheit, hohe Ausbildungsqualität, guter Service und eine entspannte Ausbildungsatmosphäre haben ihren Preis. Die große Mehrzahl der angehenden Fahrschüler/-innen weiß das.

Jochen Klima
Vorsitzender

FAHRLEHRERVERBAND
Baden-Württemberg e.V.

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