Geschichte: Die Jahre 2000 bis 2009

 

2000

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen in Baden-Württemberg

Seit 15. Januar ist der Verband im Internet vertreten. Unter der Adresse www.fahrlehrerverband-bw.de finden Fahrschüler und Fahrlehrer Interessantes rund um den Führerschein und die Ausbildung.

Das 50-jährige Jubiläum des Fahrlehrerverbandes wird anlässlich der Mitgliederversammlung am 6. Mai 2000 in Ludwigsburg, Forum, gefeiert. Die Versammlung steht unter dem Motto "Dem Erfolg verpflichtet, für das Kommende gerüstet". Die Festansprache wird von Gebhard L. Heiler, der 27 Jahre Vorsitzender des Verbandes war, gehalten. Neben den vielen Mitgliedern und ihren Angehörigen erwiesen zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung dem Verband Reverenz. An ihrer Spitze der baden-württembergische Minister für Umwelt und Verkehr, MdL Ulrich Müller, die Landtagsabgeordneten Herrmann (CDU) und Schmiedel (SPD), der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V., Gerhard von Bressensdorf, der Präsident der Bundesanstalt für Straßenwesen, Prof. Dr. Lenz, vom Vorstand des TÜV Süddeutschland Prof. Dr. Schlagenhauf sowie Thomas C. Zell, Direktor der DaimlerChrysler AG, und Wolfram Klitzsch, Vorstandsvorsitzender der Fahrlehrerversicherung VaG.

Im internen Teil der Versammlung stellt der Leiter der Technischen Prüfstelle des TÜV Süddeutschland, Dr.-Ing. Kamm, die theoretische Prüfung am PC vor; ab Herbst 2000 läuft hierzu an der Prüfstelle Stuttgart ein Praxistest mit Freiwilligen. Außerdem wurde am Nachmittag Frau Karen Maronde zur Angestelltenvertreterin gewählt, nachdem Udo Warnecke-Laudes nicht mehr für dieses Amt kandidierte.

Der Treuhandverein für Verkehrserziehung und Verkehrssicherheit e.V. wird 20 Jahre alt.

Zum 11. Mal führt der Verband das Spezialtraining für 50 Motorradfahrlehrer am 7. Juni auf dem Hockenheimring durch.

Am 19. Juni wird bei einem Kawasaki-Training in Oschersleben (Sachsen-Anhalt) Premiere gefeiert: Fahrlehrer aus der ganzen Republik kamen zu diesem Fahrertraining von Kawasaki. Eingefädelt hatten den Deal die Motorradexperten der Verbände Bayern und Baden-Württemberg, Hubert Müller und Günter Luppart.

Die FahrSchulPraxis, das südwestdeutsche Fahrlehrermagazin und offizielles Mitteilungsblatt des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. wird 30! Die erste Ausgabe erschien am 15. September 1970 unter dem Titel "Die Verbandsfahrschule“, der allerdings bereits neun Monate später in "FahrSchulPraxis" geändert wurde.

Das Redaktionsbüro der FahrSchulPraxis wird im September von Maria Reufer, die seit 1995 für die FSG/TTVA mbH tätig ist, übernommen. Gabriele Fiorentino verlässt das Unternehmen, um in die von ihrem Mann gegründete Firma einzusteigen.

Das Spezialseminar Motorrad Total vom 24. bis 30. September 2000 führt mit 105 Teilnehmern nach Kroatien auf die Insel Krk. Glanzlicht dieser Fortbildung ist ein Training auf dem Autodrom in Rijeka.

Die Fortbildung “unter südlicher Sonne" findet auf der griechischen Insel Rhodos statt.

 

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen im Bund

Der Aufsichtsrat der Fahrlehrerversicherung hat zum 1. Februar 2000 Andreas Anft als Nachfolger von Wilfried Oberdorf in den Vorstand berufen. Anft tritt damit an die Seite von Wolfram Klitzsch, der am 30. März zum Vorstandsvorsitzenden ernannt wurde.

Mehrere Fahrschul-Softwareanbieter können nun Gutachten über die Sicherheit der elektronischen Unterschrift ihres Programms vorlegen. Diese Systeme erfüllen damit die Voraussetzung, bei der Fahrschulüberwachung anerkannt zu werden.

Die Fahrlehrerversicherung startet unter www.fahrlehrerversicherung.de ihre Internetpräsenz.

PC-Prüfung: Nach einem Modellversuch in Nordrhein-Westfalen startet die Dresdner Niederlassung der DEKRA einen Pilotversuch mit zwei PC. Im Mai soll eine erste Zwischenbilanz gezogen werden.

Seit Mai liegt die erste Auflage des von der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. für das Praktikum von Fahrlehreranwärtern entwickelten Berichtshefts vor.

Ihr 10-jähriges Jubiläum feiert die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V. (DFA) am 16. Mai 2000 in der Stadthalle in Korntal. An der gut besuchten Mitgliederversammlung nehmen zum ersten Mal auch Mitglieder des Kuratoriums teil. Neben einem Rückblick auf die vergangenen 10 Jahre standen richtungweisende Satzungsänderungen und Neuwahlen auf der Tagesordnung. Kern der Satzungsänderungen war, dass zukünftig die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. (BVF) “geborene“ Vorstandsmitglieder der DFA sind. Nach einstimmiger Billigung der Satzungsänderung wurde der Vorstand gewählt. Dr. Heiner Kamm wurde als Vorsitzender im Amt bestätigt. Die Herren Peter Glowalla (1. stellvertretender Vorsitzender der BVF) und Rudi Ebel (2. stellvertretender Vorsitzender der BVF) wurden als stellvertretende Vorsitzende in den Vorstand der DFA gewählt. Außerdem gehören die Herren Gerhard von Bressensdorf, Gebhard L. Heiler (Schatzmeister) und Prof. Gerd Sackmann dem Gremium als stellvertretende Vorsitzende an.

Die 50. Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. findet am 2. Juni in Potsdam statt. Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Manfred Stolpe und Regierungsdirektor Christian Weibrecht, im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen zuständig für das Fahrerlaubniswesen, sind Hauptredner der Tagung. Peter Glowalla wird als 1. stellvertretender und Rudi Ebel als 2. stellvertretender Vorsitzender der BVF einstimmig wiedergewählt. Außerdem beschloss der Vorstand die Auflösung der Studienstelle der BVF und gleichzeitig die Gründung einer Wirtschafts-GmbH (heute: Servicegesellschaft der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände mbH).

Vom 9. bis 11. Juni 2000 findet das erste bundesweite Tennisturnier der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. in Trier statt. Das Turnier wird vom Fahrlehrerverband Rheinland e.V. veranstaltet.

Am 30. Juni 2000 wählt die Mitgliedervertreterversammlung der Fahrlehrerversicherung VaG einen auf sechs Mitglieder verkleinerten Aufsichtsrat. Mitglieder des Aufsichtsrates unter dem Vorsitz von Gebhard L. Heiler sind nun die Herren Wolfgang Bentzien (bestätigt), Peter Glowalla (neu), Hubert Müller (bestätigt), Horst Richter (neu) und Arno Wymar (neu). Die Herren Ernst von Baeckmann, Helmut Beckermann, Hans-Detlef Engel, Willy Heisch, Achim Müller und Alfons Wahlich scheiden aus dem Gremium aus.

Der Verlag Heinrich Vogel feiert am 26. Juli 2000 das 50-jährige Bestehen der Fachzeitschrift FAHRSCHULE, die das offizielle Organ der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. ist.

Fahrschulen, die - auch nur aushilfsweise - einen Arbeitnehmer beschäftigen, sind ab 1. Oktober 2000 zur Bestellung eines Betriebsarztes und einer Fachkraft für Arbeitssicherheit verpflichtet. Kleinbetriebe müssen keine eigenen Fachkräfte bestellen, sie können diese Aufgabe überbetrieblichen Einrichtungen übertragen. Der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. hat mit der TÜV Bau und Betrieb GmbH eine Rahmenvereinbarung geschlossen, die den Verbandsfahrschulen im Verbandsgebiet eine kostengünstige und vor allem auch zeitsparende Betreuung gewährleistet.

Bereits seit 1999 gehört die ALBINGIA Versicherung AG zum AXA Colonia-Konzern. Im Oktober wurden die beiden Unternehmen ALBINGIA und AXA Colonia zusammengefügt.

Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt ist am 16. November zurückgetreten. Sein Nachfolger ist Kurt Bodewig.

Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. stellt in der Vorstandssitzung im Dezember ein Plakat und einen Flyer vor, mit dem Verbandsfahrschulen deutlich machen können: „Wir arbeiten mit der Ausbildungsdiagrammkarte - check it out!“.

Außerdem wurden sämtliche Verbandsfahrschulen mit Unterstützung durch VW und der Fahrlehrerversicherung mit den grundlegend überarbeiteten Curricularen Leitfäden Pkw und Motorrad ausgestattet.

Zahlen und Fakten: Die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr erhöhte sich um zehn Prozent auf 1.702. Verletzt wurden rund 108.500 Personen. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um vier Prozent. 11 der 18 Landesverbände empfangen bereits elektronische Post.

 

Rechtsänderungen

Das Bußgeld für schwerwiegende Verkehrsverstöße, namentlich extreme Geschwindigkeitsüberschreitungen, wird deutlich angehoben. Die "Raser-Verordnung" tritt am 1. Mai 2000 in Kraft.

In Kraftfahrzeugen mitzuführende Verbandkästen müssen seit 1. Juli 2000 der DIN-Norm 13164 entsprechen.

Seit 1. Oktober ist es für alle Arbeitgeber gesetzliche Pflicht, die arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung der Mitarbeiter sicherzustellen. Dies betrifft auch Betriebe, die nur einen Geringverdiener (400-Euro-Kraft) beschäftigen.

Am 23. Oktober hat das Bundesverkehrsministerium die Richtlinie für den 70-stündigen Lehrgang “Fahrschulbetriebswirtschaft” veröffentlicht, der Voraussetzung für die Fahrschulerlaubnis ist.

Fahrerlaubnisprüfung: Ab 1. November gelten zahlreiche Änderungen des amtlichen Fragenkatalogs.

 

Weltweite Ereignisse

Der viel befürchtete Zusammenbruch der Computersysteme infolge des Jahreswechsels von 1999 auf 2000 blieb aus.

In Deutschland wird in diesem Jahr mit 13 Millionen Internet-Nutzern gerechnet. 1998 waren es noch 5,7 Millionen. Mehr als ein Drittel der Bundesbürger ist im Besitz eines Computers.

Die Weltausstellung Expo 2000 findet vom 1. Juni bis zum 31. Oktober 2000 in Hannover unter dem Motto „Mensch, Natur und Technik - Eine neue Welt entsteht“ statt.

Die Spenden-Affäre der CDU weitet sich aus. Fast täglich werden neue Enthüllungen bekannt. Am 18. Januar 2000 tritt Altbundeskanzler Helmut Kohl als Ehrenvorsitzender der CDU zurück.

 

2001

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen in Baden-Württemberg

Seit 1. Januar 2001 ist die Karl-Rederer-Stiftung aktiv. Die Stiftung soll es bedürftigen Kolleginnen und Kollegen ermöglichen, ihre Mitgliedschaft bei der Sterbekasse Stock aufrecht zu erhalten, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, die Umlage zu bezahlen.

Karl Rederer aus Ulm hat 1950 zur Vereinigung der Fahrlehrerverbände im Südwesten Deutschlands aufgerufen und war damit einer der bedeutendsten Initiatoren der Gründung des heutigen Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. Im Gedenken an ihren 1989 verstorbenen Mann hat Frau Lilli Rederer aus Anlass des 50-jährigen Gründungsjubiläums dem Verband einen namhaften Betrag gespendet, mit dem in sozialen Härtefällen geholfen werden soll.

Die Mitgliederversammlung findet am 28. April im Konzerthaus in Freiburg statt. Ein wichtiges Thema ist die Diskussion über die „Zweite Ausbildungsphase“. Prof. Dr.-Ing. Klaus Langwieder hält das Referat „Neue Erkenntnisse zum Unfallrisiko junger Fahrer“. Peter Tschöpe, der 1. Vorsitzende, und Jochen Klima, der 3. Vorsitzende, wurden ohne Gegenstimme wiedergewählt. Dr. Heiner Kamm, Leiter der Technischen Prüfstelle des TÜV Süddeutschland (heute: TÜV SÜD Auto Service GmbH), Präsident der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V. und Vizepräsident der Sachverständigen-Dachorganisation CIECA, erhält die goldene Ehrennadel mit Brillanten, die höchste Auszeichnung des Verbandes.

Am 1. Juli 2001 beginnt die Überwachung der Seminarleiter. In einer öffentlichen Ausschreibung werden Bewerber für die Tätigkeit als Sachverständiger gesucht. Die Auswahl wird vom Treuhandverein für Verkehrserziehung und Verkehrssicherheit e.V. getroffen, der die angenommenen Bewerber intensiv auf ihre Aufgaben vorbereitet. Die Erlaubnisbehörden beauftragen für die Durchführung der Überwachungen der Aufbauseminare den Treuhandverein für Verkehrserziehung und Verkehrssicherheit e.V.

86 Fahrlehrer aus ganz Deutschland absolvierten vom 17. bis 19. Juli 2001 ein Fahrertraining auf dem Lausitzring. Die Fahrlehrerverbände Baden-Württemberg und Bayern organisierten mit dem Sponsor Kawasaki Deutschland die eindrucksvolle Veranstaltung.

Das jährliche Spezialseminar Motorrad Total findet mit der Rekordbeteiligung von 118 Teilnehmern im September 2001 im Trentino (Südtirol/Italien) statt.

Dr.-Ing. Heiner Kamm, seit 1975 TP-Leiter des früheren TÜV Baden e.V. und in dieser Position nach den Fusionen mit dem TÜV Stuttgart und TÜV Bayern bestätigt, geht am 31. Oktober 2001 in den Ruhestand. Nachfolger wird Dipl.-Ing. Marcellus Kaup, der vorher Leiter der TÜV-Niederlassung Öhringen war.

Verkehrsminister Müller unterschreibt im November einen Erlass, durch den ungeeignete Prüforte gestrichen, andere aber neu zugelassen werden. Neu ist auch, dass einige Prüforte nur noch für die Prüfung in bestimmten Klassen anerkannt sind.

 

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen im Bund

Am 22. und 23. Januar 2001 trifft sich der Arbeitskreis „handicap“ der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. zu seiner konstituierenden Sitzung im Verkehrsinstitut Bielefeld. Der Arbeitskreis wurde hauptsächlich gegründet, um die Verbände und ihre Behinderten-Referenten in allen Fragen der Fahrausbildung mobilitätseingeschränkter Personen zu beraten.

Bei der 11. ordentlichen Mitgliederversammlung der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V. wird Prof. Karlheinz Schaechterle, Ulm, für seine besonderen Verdienste als Gründungsmitglied und seine erfolgreiche Tätigkeit im Vorstand zum Ehrenmitglied ernannt.

Im Anschluss an die Versammlung wird der Karl-Rederer-Preis in einem Festakt an den Leitenden Ministerialrat a. D. Dr. Wolfgang Bouska, München, und an den Ministerialdirigenten a.D. Dr. Franz Joachim Jagow aus Bonn verliehen.

In Husum wird am 25. Mai 2001 der 50. Geburtstag der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. mit interessanten Gästen aus Politik und Wirtschaft gefeiert. Die Zeitschrift FAHRSCHULE gibt anlässlich des Jubiläums ein Sonderheft „50 Jahre BVF“ heraus.

Mit der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. und dem Magazin „stern“ als Partner startet die Deutsche Renault AG unter der Schirmherrschaft von Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig am 7. Juni 2001 ihre Verkehrssicherheitsaktion „Charakter im Fuß“. Führerscheinneulinge sollen per Fragebogen einen Test machen, der ihnen zeigt, welchem Typ Fahrer sie entsprechen. Unter den Einsendern der Fragebogen werden verschiedene Preise ausgelost. Außerdem darf eine Gruppe junger Fahrer mit ihren Fahrlehrern zu einem Geschicklichkeitswettbewerb nach Paris.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände und Ford haben gemeinsam ein „ECO-Driving für Fahrlehrer“ entwickelt. Wie man Fahrschülern sicheres, wirtschaftliches und umweltfreundliches Fahren in Theorie und Praxis beibringen kann, möchten die drei Partner in Fortbildungen der Fahrlehrerverbände vermitteln.

Ab September 2001 bekommen die Lkw-Ausbilder eine neue Option: Kurzzeitmiete über CharterWay. Die Dienstleistungstochter der DaimlerChrysler AG hält im Branchen-Informations-Center des Lkw-Werks in Wörth einen Fahrschul-Gliederzug bereit. Fahrschulen können diesen auch an Kollegen vermieten und damit besser auslasten.

Anfang November hat das Bundesverkehrsministerium den Entwurf für die „Verordnung über die freiwillige Fortbildung von Inhabern der Fahrerlaubnis auf Probe" (FreiwFortbV) vorgelegt. Mit dieser Verordnung werden die rechtlichen Voraussetzungen für Modellversuche in den Bundesländern zur Erprobung einer freiwilligen zweiten Ausbildungsphase für Fahranfänger der Klasse B geschaffen. Als Anreiz wird die Probezeit der Teilnehmer am Modellversuch um ein Jahr verkürzt.

Die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V. führt unter dem Motto „Das pädagogische Profil des Fahrlehrers - Anforderungen in Gegenwart und Zukunft“ am 14./15. November 2001 ein Symposion durch. Fast 200 Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer fordern eine höhere Vorbildung als Schlüsselqualifikation für die Ausbildung zum Fahrlehrer. In der verabschiedeten Resolution wird der Gesetzgeber dazu aufgerufen, die Hochschul- oder Fachhochschulreife gesetzlich zu verankern.

Zahlen und Fakten: In den östlichen Bundesländern hat die DEKRA Ende 2001 die sechsmillionste Fahrerlaubnisprüfung abgenommen. In Deutschland erwerben pro Jahr etwa zwei Millionen Menschen den Führerschein. Ein knappes Viertel davon entfällt auf die neuen Bundesländer.

 

Rechtsänderungen

Die 33. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften bringt hauptsächlich Änderungen und Ergänzungen der StVO. So soll zur besseren Nutzung des Verkehrsraumes das Reißverschlussverfahren künftig erst unmittelbar vor der Verengung angewendet werden. Eine neue Bestimmung - Paragraf 9a - schafft Klarheit für das Fahren in Kreisverkehren. Das lang diskutierte Verbot der Benutzung von Handys während der Fahrt (Verbot gilt auch für Fahrlehrer während der Ausbildungsfahrt) ist ebenso enthalten wie die Möglichkeit, Radfahrern das Fahren in Einbahnstraßen entgegen der für die anderen Fahrzeuge vorgeschriebenen Fahrtrichtung zu gestatten. Die neuen Regelungen der StVO treten am 1. Februar 2001 in Kraft.

Der Bundesrat hat am 16. Februar 2001 dem Gesetz zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes (StVRÄndG) zugestimmt. Damit gilt ab 1. April 2001 die neue 0,5-Promille-Grenze. Der Bußgeldrahmen wird für solche Ordnungswidrigkeiten auf maximal 3.000 DM angehoben, ein Regelfahrverbot wird eingeführt und die Bepunktung im Verkehrszentralregister in Flensburg wird erhöht. Neu ist auch, dass das Bundesverkehrsministerium die „Verwendung technischer Einrichtungen am oder im Kraftfahrzeug, die dafür bestimmt sind, die Verkehrsüberwachung zu beeinträchtigen“ (z.B. Radarwarngeräte, Gegenblitzanlagen, Zielführungssystem mit integrierter Warnfunktion) durch Rechtsverordnung untersagen kann.

Am 26. Juli 2001 wird die Abschaffung des Rabattgesetzes verkündet. Die Abschaffung tritt am Tag danach in Kraft.

Die Berufskraftfahrerausbildung wird von zwei auf drei Jahre zur vollwertigen Facharbeiterausbildung erhoben. Damit wird diese Tätigkeit zum staatlich voll anerkannten Ausbildungsberuf. Die Berufsausbildung ist jedoch weiterhin keine zwingende Voraussetzung für die Ausübung der Kraftfahrertätigkeit; es genügt, eine entsprechende Fahrerlaubnis zu besitzen.

 

Weltweite Ereignisse

George W. Bush wird am 20. Januar 2001 als neuer Präsident der USA vereidigt.

Am 11. September 2001 steuern Terroristen zwei zivile Passagierflugzeuge in das World Trade Center (WTC) in New York und ein Flugzeug in das Pentagon in Washington. Ein viertes Flugzeug stürzt in der Nähe von Pittsburgh ab, ohne sein Ziel zu erreichen. Die beiden getroffenen Türme des WTC fallen nur wenig später in sich zusammen. Insgesamt sterben bei den Anschlägen etwa 3.000 Menschen.

Amerika bombardiert 26 Tage nach dem 11. September Afghanistan, weil die dort herrschenden Taliban dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, Osama bin Laden, Unterschlupf gewähren. Die Nato ruft zum ersten Mal den Bündnisfall aus.

 

2002

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen in Baden-Württemberg

Die Mitgliederversammlung findet am 27. April in Ulm, MARITIM Hotel und Congress Centrum, statt. Evelyn Eckert, Physiotherapeutin, demonstriert ein Übungsprogramm für einen gesunden und schmerzfreien Rücken. Frau Ministerialrätin Christine Kramer aus dem Bundesverkehrsministerium hält ein Referat mit dem Titel „Deregulierung oder noch mehr Einzelfallgerechtigkeit - quo vadis StVO?“. Sie beschreibt damit das Vorhaben, die Straßenverkehrs-Ordnung zu aktualisieren und dabei gleichzeitig lesbarer und volksnaher zu gestalten. Christian Weibrecht, ebenfalls aus dem Bundesverkehrsministerium, berichtet im internen Teil der Versammlung über aktuelle Aufgaben seiner Abteilung. Diskussionen zu „Begleitetes Fahren mit 17“ und „Zweite Ausbildungsphase“ waren aktuelle Themen der Tagung.

Heinz Appenzeller, 1. Vorsitzender des Verbandes in den Jahren 1958 bis 1966, verstirbt am 30. April im Alter von 82 Jahren.

Zum 20. Mal findet Motorrad Total statt. Diesmal vom 22. bis 28. September in Andorra.

25 Jahre CE-Fortbildung: Die beliebten Lkw-Seminare finden üblicherweise im Werk Wörth der DaimlerChrysler AG statt. In diesem Jahr läuft vom 13. bis 15. November eines der Seminare auf dem Sachsenring in Verbindung mit einem Lkw-Sicherheitstraining.

Am 11./12. Oktober findet die konstituierende Sitzung des neuen Beirates des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. statt.

Seit Dezember 2002 bietet das Landratsamt Calw als erste Führerscheinstelle in Deutschland den Fahrschulen und den Führerscheinbewerbern die Möglichkeit, ihren Führerschein per Internet zu beantragen.

 

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen im Bund

Im Januar lösen Referenten aus sechs norddeutschen Bundesländern, die sich auf Einladung von Rupert Schubert, Verantwortlicher des Referats Straßenverkehrsrecht der Hansestadt Hamburg für das Fahrerlaubniswesen, getroffen hatten, mit einer überraschenden gemeinsamen Presseerklärung eine Diskussion zum Thema „Begleitetes Fahren mit 17“ aus. Die Referenten der anderen Bundesländer waren darüber nicht informiert.

Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. stellt auf ihrer Mitgliederversammlung am 14. Juni 2002 den Curricularen Leitfaden Lkw der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V. vor. Autor des Werkes ist Michael Fingskes; bei der Erstellung des Leitfadens wirkte auch eine Arbeitsgruppe der BVF mit. Im Übrigen waren das „Begleitete Fahren mit 17“ und die „Zweite Phase“ zentrale Themen der Versammlung.

Die Fahrlehrerversicherung VaG feiert am 28. Juni ihr 50-jähriges Bestehen. Am 27. Januar 1952 hatten 50 Fahrlehrer aus ganz Deutschland den „Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit der Kraftfahrlehrer im Bundesgebiet“ mit Sitz in Stuttgart gegründet.

Nach der Bundestagswahl 2002 wurde Manfred Stolpe am 22. Oktober 2002 als Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen in die von Bundeskanzler Gerhard Schröder geführte Bundesregierung berufen.

 

Rechtsänderungen

Der Bundesrat stimmt am 12. Juli 2002 der „Verordnung zur Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften“ (FeVÄndV) - auch „Reparatur-Verordnung“ genannt - zu. Zu den wichtigsten Änderungen für die Fahrlehrer zählen die Einführung der Grundfahraufgabe „Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung aus ca. 40 km/h“ als Prüfungsbestandteil der Klasse B, die Möglichkeit der theoretischen Unterrichtung in Einzelstunden (45 Min.) statt nur in Doppelstunden, Mofa-Aspiranten können theoretisch zusammen mit Bewerbern der Klassen A, A1 oder M unterrichtet werden und die Senkung des Mindestalters für Klasse D für angehende Berufskraftfahrer.

Fahrlehrerscheine nach altem Recht berechtigen nach dem 31. Dezember 2002 nicht mehr zur Ausbildung von Fahrschülern. Wer einen neuen Fahrlehrerschein beantragt, muss im Besitz des am 1.1.1999 eingeführten Kartenführerscheins sein.

 

Weltweite Ereignisse

Am 1. Januar wird der Euro in 12 Staaten der Europäischen Union sowie in Andorra, Monaco, Montenegro, San Marino und dem Vatikan als gemeinsame Währung eingeführt. Das Euro-Bargeld ist seitdem gesetzliches Zahlungsmittel.

Die britische Königsfamilie trauert um Queen Mum. Die Königinmutter stirbt am 30. März im Alter von 101 Jahren in Windsor.

Am 26. April richtet der 19-jährige Robert Steinhäuser am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt ein Blutbad an. Er erschießt 16 Menschen und danach sich selbst. Er war zuvor von der Schule verwiesen worden. An der Trauerfeier nehmen mehr als 100.000 Menschen teil.

Über Owingen und Überlingen ereignet sich am 1. Juli eines der schlimmsten Flugzeugunglücke der deutschen Luftfahrtgeschichte. Am späten Abend kollidiert eine russische Tupolev 154, zum größten Teil besetzt mit Schulkindern, mit einer Cargo-Maschine der Firma DHL. Bei dem Unglück sterben 71 Menschen.

Das Elbehochwasser im August 2002 war ein „Jahrhunderthochwasser“ mit schlimmen Folgen. Bereits in den ersten Augusttagen lösten starke Regenfälle in den Alpen, im Erzgebirge und Riesengebirge schwere Überschwemmungen und verheerende Schlammlawinen in Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien und Italien aus. Da auch viele Verbandsfahrschulen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt von der Katastrophe betroffen waren, hat der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. bei seinen Mitgliedern einen Spendenaufruf gestartet. Zahlreiche Spenden bekundeten die Verbundenheit innerhalb des Berufsstandes.

Am 22. September 2002 wird die Koalition aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen für eine weitere Legislaturperiode gewählt. Gerhard Schröder wird am 22. Oktober zum Bundeskanzler gewählt. Neuer Bundesverkehrsminister wird Dr. Manfred Stolpe.

Im Oktober versetzt ein Heckenschütze die Region um Washington drei Wochen lang in Angst und Schrecken. Er tötet scheinbar völlig wahllos 10 Menschen, sechs weitere werden verletzt.

 

2003

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen in Baden-Württemberg

Auf der 53. ordentlichen Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. am 10. Mai 2003 in Pforzheim wird die Aktion „Patenschaft der Besonnenheit“ als ergänzende Maßnahme zur „Zweiten Phase“ vorgestellt. Mit ihrer Patenschaft sollen erfahrene Führerscheininhaber in freiwilliger Selbstverpflichtung schon während der Fahrausbildung und danach den jungen Fahranfängern als Partner mit gutem Beispiel vorangehen und ihnen mit wertvollen Tipps und tatkräftiger Hilfe über die kritische „Reifezeit“ nach dem Führerscheinerwerb hinweg helfen. Stefan Mappus, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg, wird die Schirmherrschaft übernehmen und sagt die Unterstützung des Ministeriums zu.
Günter Luppart, 2. Vorsitzender des Verbandes und seit 1991 im Vorstand, kandidiert nicht mehr für eine weitere Amtszeit, weil er dem Nachwuchs Platz machen möchte. Wolfgang Fischer, seit 2000 Vorsitzender des Kreisvereins Heilbronn, wird sein Nachfolger.

Am Tag vor der Versammlung waren die Mitglieder eingeladen, in drei Arbeitskreisen zu den Themen „Kooperation von Fahrschulen“, „Ausbildung mit Funk“ und „Junge Fahrer - Hilfen für die Anfangszeit“ zu beraten. Die Empfehlungen der Arbeitskreise werden zur weiteren Verfolgung der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. übermittelt.

Mit dem ersten „Tag der Patenschaft der Besonnenheit“ wird am 6. September 2003 in Pforzheim die neue Aktion der baden-württembergischen Fahrlehrer der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Beisein von Staatssekretär Stefan Mappus (MdL), der die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat, wird über Wesen und Inhalte der Aktion informiert.

Motorrad Total führt vom 28. September bis 4. Oktober nach Slowenien. Die neuen Anforderungen an die Prüfer, die der Annex II zur 2. EG-Führerscheinrichtline bringt, sowie die Arbeit mit dem Curricularen Leitfaden Krad sind Kernthemen des theoretischen Teils. Der Praxisteil umfasst u.a. das Fahren im Realverkehr, Fahrzeugtechnik und Fahrzeugpflege.

Im Dezember 2003 und Januar 2004 lädt der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg zu insgesamt sieben Regionalversammlungen an verschiedenen Orten des Landes ein. Der Verband informiert dabei seine Mitglieder umfassend und frühzeitig über viele anstehende Änderungen. Die Themen sind: Annex II - Konsequenzen für Ausbildung und Prüfung / Aktuelle Änderungen im Fahrerlaubnisrecht - Neue Fahrerlaubnisklasse? / Zweite Ausbildungsphase / Patenschaft der Besonnenheit / Energiesparende Fahrweise in der Ausbildung / Änderungen in der Sozialgesetzgebung, Krankenversicherung und Altersvorsorge / Änderungen im Steuerrecht, Gewerbesteuerpflicht für Fahrschulen usw. TÜV und ALLIANZ sind Partner bei den Veranstaltungen. Großer Erfolg, ausgezeichnete Bilanz: Rund 1.500 Besucher nehmen an den Regionalversammlungen teil.

449 Mitglieder und damit fast 25 Prozent Rücklaufquote brachte eine Umfrage des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. zur Mitgliederzufriedenheit. Die Ergebnisse waren in den Bereichen Image, Arbeit und Angebote des Verbandes mit jeweils rund 90 Prozent Zustimmung sehr erfreulich. Auch zum Fortbildungsangebot und der Arbeit der Geschäftsstelle gingen 70 bzw. 80 Prozent positive Rückmeldungen ein.

 

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen im Bund

Der Arbeitskreis I des 41. Deutschen Verkehrsgerichtstages in Goslar hat sich fast einmütig für die zweiphasige Ausbildung und das „Begleitete Fahren mit 17“ ausgesprochen. Die Fahrlehrerverbände waren stark vertreten und nahmen aktiv an der Diskussion teil.

Die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V., das „wissenschaftliche Forum der deutschen Fahrschulen“, ist unter www.deutsche-fahrlehrer-akademie.de nun auch im Internet vertreten.

Am 6. Februar 2003 treffen sich auf Einladung des Landesverbandes Sächsischer Fahrlehrer Motorrad-Referenten der Verbände aus dem ganzen Bundesgebiet zur ersten Motorrad-Referenten-Konferenz.

Die Ausstattungsrichtlinie, Vorgaben der EU für die Lkw- und Bus-Ausbildung sowie der Vorschlag, die Klasse M schon ab 15 Jahren freizugeben, bestimmen die Vorstandssitzung der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. im März 2003.

Bundespräsident Johannes Rau ehrt Gerhard von Bressensdorf, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V., mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für seinen Einsatz um die Verkehrssicherheit. Am 24. März findet die Verleihung durch den bayerischen Innenminister Dr. Günther Beckstein statt.

Für den zweiten Aktionstag „Fahrausbildung“ auf der Leipziger Automesse AMI gibt der Landesverband der Sächsischen Fahrlehrer e.V. die Organisation in die Hände der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V., da sich zukünftig unter dieser Führung auch die Fahrlehrerverbände anderer Bundesländer einbringen möchten. Fachvorträge, eine Podiumsdiskussion, praktische Übungen, interessante Fahrzeugpremieren und Gespräche mit Repräsentanten von Firmen und Institutionen machen den Aktionstag zu einem besonderen Ereignis für Fahrlehrer, Fahrschüler und junge Fahrer.

Bei den turnusgemäß anstehenden Neuwahlen der Europäischen Fahrlehrerassoziation wird am 2. Mai Gerhard von Bressensdorf zum neuen Vorsitzenden gewählt. Sein Vorgänger, Georges van Aerschot, hat aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidiert.

Am 11. Mai 2003 wird in München das Verkehrszentrum des Deutschen Museums eröffnet. Die Halle III „Mobilität und Technik“ ist der erste Teil - bis 2005 soll das Verkehrszentrum fertig gestellt sein.

Die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V. stößt bei ihrer Mitgliederversammlung am 5. Juni die Projekte „Qualitätssicherung in der Fahrausbildung“ und „Blickschulung in der Fahrausbildung“ an.
Prof. Bruno Heilig erhält den Karl-Rederer-Preis 2003.

 

Rechtsänderungen

Die Verordnung zur „Zweiten Phase“ tritt am 24. Mai 2003 in Kraft und ermöglicht damit den Modellversuch einer zweiphasigen Fahrausbildung.

Der Bund/Länder-Fachausschuss „Fahrlehrerwesen“ (BLFA) hat Mitte Juni 2003 eine neue Ausstattungsrichtlinie verabschiedet. Die Richtlinie besagt u.a., dass den Fahrschulen ab sofort freigestellt ist, welche Modelle sie im Unterricht einsetzen. Zudem dürfen Hard- und Software nun auch zur Zweigstelle mitgenommen werden und müssen so nicht doppelt vorhanden sein.

Die EU-Berufskraftfahrer-Ausbildungsrichtlinie (Richtlinie 2003/59/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Juli 2003 über die Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer bestimmter Kraftfahrzeuge für den Güter- oder Personenverkehr) tritt am 10. September 2003 in Kraft. Für die Überführung der Richtlinie in nationales Recht ist eine Frist von drei Jahren vorgesehen. Sie sieht vor, dass Berufskraftfahrer als Voraussetzung für ihre Tätigkeit - neben der erforderlichen Fahrerlaubnis - die sogenannte Grundqualifikation erwerben müssen. Außerdem wird eine obligatorische Weiterbildung eingeführt.

Eigentlich sollte zum 1. September 2003 die Autobahnmaut für schwere Nutzfahrzeuge eingeführt werden. Schwierigkeiten aufseiten des Betreibers Toll-Collect verhindern den Start. Durch Bekanntmachung des Bundesverkehrsministeriums vom 1. August 2003 wird deshalb ein Teil des entsprechenden Gesetzes vorübergehend außer Kraft gesetzt. Damit entfällt die Autobahnmaut vorerst.

Der Bundesrat hat am 26. September 2003 die Änderungsverordnung zur Umsetzung von Annex II (offiziell: Richtlinie 2000/56/EG vom 14. September 2000 als Ergänzung zu Anhang II der EG-Führerscheinrichtlinie 91/439/EWG vom 29. Juli 1991) in deutsches Recht beschlossen. Die Verordnung ändert u.a. § 4 DV-FahrlG sowie Vorschriften der Fahrerlaubnisprüfung, der Gebührenordnung, der Beladung und der Prüfungsfahrzeuge.

 

Weltweite Ereignisse

Nach dem Tod von Maurice Gibb am 12. Januar 2003 verkündeten die Brüder Barry Gibb und Robin Gibb, dass sie unter dem Namen Bee Gees nie wieder Musik machen werden.

Der Krieg der USA gegen den Irak beginnt am 20. März mit gezielten Bombardements auf Bagdad. In der Nacht vom 19. auf den 20. März 2003, das Ultimatum war gerade zwei Stunden abgelaufen, feuerten die USA 40 Marschflugkörper auf den Irak ab. Die Regierung Deutschlands und weite Teile der deutschen Bevölkerung stellten sich zusammen mit Frankreich im Irak-Konflikt gegen die Politik der USA und Großbritanniens.

Der FDP-Politiker Jürgen Wilhelm Möllemann stirbt am 5. Juni 2003 unter nicht vollständig geklärten Umständen bei einem Fallschirmsprung. Er war unter Bundeskanzler Helmut Kohl von 1987 bis 1991 Bundesminister für Bildung und von 1991 bis 1993 Bundesminister für Wirtschaft, ab Mai 1992 auch Vizekanzler. Im Januar 1993 trat er im Zuge der „Briefbogen-Affäre“ von seinen Regierungsämtern zurück. Nach einem Comeback in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2000 war er durch umstrittene Aktionen und Projekte abermals in die Kritik geraten.

 

2004

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg gehört zu den 11 Bundesländern, die den Modellversuch „Zweite Ausbildungsphase“ zum 1. Januar 2004 einführen.

Auf der Mitgliederversammlung des Verbandes, die am 24. April 2004 in Friedrichshafen stattfindet, macht der Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, Ulrich Müller, klare Aussagen zu den aktuellen Modellversuchen. Er würde die obligatorische Einführung der „Zweiten Phase“ begrüßen, aber das „Begleitete Fahren mit 17“ findet nicht seine Zustimmung. Weitere wichtige Aussagen waren, dass der Beruf „Fahrlehrer“ ein Ausbildungsberuf werden müsse, und er sprach sich für die Einführung einer Qualitätssicherung (QS) aus. Außerdem sollen Fahrschulen, die sich an einem QS-System beteiligen, von der Überwachung befreit werden. Günter Rau aus Geislingen wurde als neuer Arbeitnehmervertreter gewählt. Zum ersten Mal bietet der Verband den Tagungsteilnehmern an, ihre Kinder im Alter von ca. 3 bis 12 Jahren während der Mitgliederversammlung von einem professionellen Team betreuen zu lassen.

Ende Juli 2004 kann die Internetseite www.fahrlehrerverband-bw.de den 1.390.000sten Besucher begrüßen.

Die 22. Veranstaltung Motorrad Total führt auf vielfachen Wunsch vom 19. bis 24. September 2004 zum zweiten Mal an den Gardasee. Das Quartier für die 87 Teilnehmer ist das Best Western Hotel Le Torri del Garda in Albisano -Torri del Benaco.

Im November 2004 schließt der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. einen Rahmenvertrag mit der Firma TeleCash, durch den die Kunden der Mitgliedsfahrschulen ihre Ausbildungsentgelte mittels EC- oder Kreditkarte bargeldlos bezahlen können.

 

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen im Bund

Lkw-Maut: Der Vertrag mit Toll-Collect wird am 17. Februar 2004 von Verkehrsminister Stolpe gekündigt. Damit ist zunächst völlig offen, ob bzw. wann die Lkw-Maut eingeführt wird.

Am 2. April wird in Aschaffenburg ein Fahrschul-Denkmal enthüllt. Das Denkmal steht an der Ecke Dallberg-/Suicardusstraße, denn dort wurde vor 100 Jahren die erste Fahrschule Deutschlands von Rudolf Kempf gegründet. Gerhard von Bressensdorf, Vorsitzender des Landesverbandes Bayerischer Fahrlehrer e.V. und Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V., hält zur Enthüllung eine Festansprache.

Das Land Niedersachsen startet Mitte April quasi über Nacht im Alleingang mit dem Modellversuch „Begleitetes Fahren mit 17“. Selbst die Fahrlehrer des Landes wurden zuvor nicht informiert. Eine im April/Mai durchgeführte Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach ergab, dass die Mehrheit der Bevölkerung Deutschlands und Niedersachsens findet, der Führerschein mit 17 und dem anschließenden begleiteten Fahren sei keine gute Regelung (Deutschland: 62%, Niedersachsen: 64%). 55 Prozent der 16- bis 17-Jährigen finden die Regelung allerdings gut.

Das Qualitätssicherungs-Konzept des Teams um Prof. Bruno Heilig, die Mitarbeit beim EU-Projekt MERIT über Mindestanforderungen an die Fahrlehrer-Ausbildung in Europa und die Fertigstellung des Curricularen Leitfadens Bus sind die Hauptthemen der Mitgliederversammlung der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V. am 11. Mai 2004.

Ohne Gegenstimme wurde Peter Tschöpe, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., auf der Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. am 18. Juni 2004 in Dortmund zum 2. stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Rudi Ebel, der dieses Amt zuvor 10 Jahre innehatte, verzichtete auf eine erneute Kandidatur.

Vorstand, Aufsichtsrat und Mitgliedervertreterversammlung der Fahrlehrerversicherung VaG beschließen, das Eigenkapital durch die Ausgabe von Genussscheinen aufzustocken. Ab dem 15. September 2004 kann jedes Mitglied der Versicherung bis zu 5 Genussscheine im Wert von jeweils € 1.000 zeichnen.

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung wird Ende 2004 50 Jahre alt. Ihren Ursprung hatte die MPU in der Nachkriegszeit, als für Tausende von Kriegsverletzten die Frage zu klären war, ob sie trotz ihrer Behinderung sicher Auto fahren können. Bereits damals haben bei der Begutachtung der Fahreignung Mediziner und Psychologen zusammengearbeitet.

Im Dezember 2004 erhalten die Mitglieder der Fahrlehrerverbände das erste von drei „Blauen Heften“ mit den aktuellen Änderungen der Fahrschüler-Ausbildungsordnung.

 

Rechtsänderungen

Zum 1. April 2004 wird die Bußgeldkatalog-Verordnung geändert. Neben höheren Bußgeldern wird auch ein Punkt in Flensburg fällig, wenn Fahrer und auch Fahrlehrer während der Fahrt per Handy telefonieren.

Die Umsetzung von Annex II (Anhang II zur 2. EG-Führerscheinrichtlinie) bringt u.a. einschneidende Änderungen bei den Prüfungsfragen (z.B. rund 180 zusätzliche Prüfungsfragen, neu zusammengestellte Prüfbogen, Unterscheidung zwischen Ersterwerbsprüfung und Erweiterungsprüfung, Grundstoff wird bei Erweiterung nur in reduziertem Umfang geprüft). Außerdem werden ab 1. Juli 2004 Änderungen der Grundfahraufgaben eingeführt.

Die neue Prüfungsrichtlinie lässt ab 1. Juli 2004 zu, dass im Lieferumfang der Automobilhersteller enthaltene elektronische Fahrhilfen wie Park-Abstandswarnung, automatische Geschwindigkeitskontrolle und Monitore (bei Bussen) auch bei Fahrprüfungen benutzt werden können.

Ab Oktober 2004 müssen Prüfungsfahrzeuge der Klassen BE, C1E, C, CE, D1E und DE bestimmte Mindestanforderungen an das tatsächliche Gesamtgewicht erfüllen.

 

Weltweite Ereignisse

Am 11. März 2004 sterben 191 Menschen bei verheerenden Sprengstoffattentaten auf Vorortzüge der spanischen Hauptstadt Madrid.

Im Mai wird Horst Köhler zum Bundespräsidenten gewählt.

32 Terroristen nehmen am 1. September 2004 in der Schule von Beslan, Nordossetien/ Russland, mehr als 1.300 Geiseln. Nach einer Explosion im Gebäude stürmen am 3. September Anti-Terror-Einheiten das Gebäude. Dabei sterben über 300 Menschen, darunter 172 Kinder.

George W. Bush wird am 2. November zum zweiten Mal zum Präsidenten der USA gewählt.

Am 26.12.2004 finden ca. 230.000 Menschen in Asien den Tod. Ausgelöst durch ein Erdbeben im Indischen Ozean mit der Stärke 9,1 auf der Richterskala kommt es zu bis zu zehn Meter hohen Flutwellen (Tsunami), die in Indien, Indonesien, Malaysia, Sri Lanka und Thailand starke Verwüstungen anrichten.

 

2005

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen in Baden-Württemberg

Die 55. ordentliche Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. findet in Freiburg statt. Hauptthemen sind die “Zweite Phase”, das “Begleitete Fahren mit 17” und ein Qualitätssicherungssystem für Fahrschulen. Außerdem referieren Brigitte Grotz und Rainer Wälde von der Firma TYP Akademie umfassend und engagiert über das „Image als Fahrschulbetrieb“. Neben Änderungen der Satzung wurden ohne große Diskussion Standesregeln für die Mitglieder des Verbandes eingeführt, die seitdem Bestandteil der Satzung sind.

Am 11. Juli 2005 stirbt Günter Luppart im Alter von 67 Jahren völlig unerwartet. Mehr als zwei Jahrzehnte hat er in den Positionen des Stuttgarter Kreisvorsitzenden und des stellvertretenden Vorsitzenden des baden-württembergischen Fahrlehrerverbandes dem Berufsstand gedient. Seine besondere Zuwendung galt der Ausbildung angehender Motorradfahrer. Sein großes Engagement galt auch der Fortbildung von Motorradfahrlehrern.

Detlev F. Haug, langjähriger Redakteur der FahrSchulPraxis und Büroleiter der Geschäftsstelle des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg, verstirbt am 27. August 2005 im Alter von 78 Jahren. Haug hatte 1970 die Fachzeitschrift FahrSchulPraxis mit aus der Taufe gehoben und 22 Jahre als DFH und unter dem zu Lebzeiten sorgsam gehüteten Pseudonym „Alois Dreitonner“ Monat für Monat mit viel Einsatz für ihr Erscheinen gesorgt.

Motorrad Total führt 2005 nach Italien in die Toskana.

Der baden-württembergische Landtag lehnt am 14. Dezember 2005 die Einführung des Modellversuchs „Begleitetes Fahren mit 17“ ab.

 

Beruf und Verband: Ereignisse, Entwicklungen im Bund

Mit der Januar- und Februar-Ausgabe der Fachzeitschrift „Fahrschule“ erhalten die Mitglieder der Fahrlehrerverbände die wichtigsten Änderungen der Fahrerlaubnis-Verordnung und die aktualisierte Prüfungsrichtlinie als zweites und drittes „Blaue Heft“.

Auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V. am 22. Mai 2005 gibt es im Präsidium einige Neuerungen: Prof. Dr.-Ing. Klaus Langwieder wird zum neuen Präsidenten gewählt. Der bisherige Präsident Dr.-Ing. Heiner Kamm wechselt auf die Position des Vizepräsidenten. Peter Tschöpe löst Rudi Ebel analog zum Wechsel im Geschäftsführenden Vorstand der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. als Vizepräsident ab. Prof. Gerd Sackmann wechselt auf eigenen Wunsch in den Beirat. Prof. Karlheinz Schaechterle und Dr.-Ing. Heiner Kamm werden mit dem Karl-Rederer-Preis ausgezeichnet.

Nach dem Ausscheiden des bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Gebhard L. Heiler auf eigenen Wunsch, seines langjährigen Stellvertreters Hubert Müller und des Aufsichtsratsmitglieds Wolfgang Bentzien werden Gerhard von Bressensdorf, Klaus Napierski und Peter Tschöpe am 24. Juni 2005 neu in das Gremium der Fahrlehrerversicherung VaG gewählt. Peter Glowalla, Horst Richter und Arnold Wymar werden von der Vertreterversammlung im Amt bestätigt.

669 Fahrlehrer und Fahrlehrerinnen beteiligen sich im Oktober und November 2005 an der Fragebogen-Aktion der Fachzeitschrift FAHRSCHULE in Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V., in der nicht nur die Verbände beurteilt, sondern die Wünsche der Berufsgruppe an ihre Verbände abgefragt werden. Die Beteiligung wird mit 4,5 Prozent Rücklaufquote als gut bewertet.

Mit einem überarbeiteten Internetauftritt geht die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. unter www.fahrlehrerverbaende.de ans Netz.

Zum Jahresende 2005 wird das Qualitätssicherungssystem der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V. fertig gestellt. Mit der Einführung der rechtlichen Grundlagen für die Befreiung von der behördlichen Regelüberwachung für Fahrschulen, die sich dem System anschließen, wird im Laufe des Jahres 2006 gerechnet.

 

Rechtsänderungen

Zum 1. Januar 2005 startet nach vielen Hindernissen die Lkw-Maut. Fahrschulen sind mit ihren Ausbildungsfahrzeugen von der Maut befreit. Sie können ihre zur Ausbildung eingesetzten Lkw bei dem Betreiber Toll-Collect registrieren lassen.

Am 1. Februar tritt die „Dritte Verordnung zur Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften“ in Kraft. Damit ist der Weg frei für die neue Führerscheinklasse S für Leichtkraftfahrzeuge mit einer bbH von bis zu 45 km/h. Zu ihnen zählen insbesondere kleine vierrädrige Quads und die sogenannten Microcars.

Anstelle der dreitägigen Fortbildungsseminare können seit Anfang Juni 2005 Fahrlehrer ihre Fortbildungsverpflichtung auch durch Besuch von ein oder zweitägigen Seminaren erfüllen. Wer diese Möglichkeit nutzen will, muss innerhalb von vier Jahren insgesamt an vier Tagen zur Fortbildung.

Im August werden die bundesweit einheitlichen Regeln für das “Begleitete Fahren mit 17” im Bundesgesetzblatt verkündet. Die Länder können jetzt Modellversuche starten.

Ab Mitte August 2005 sind digitale Kontrollgeräte in Lkw und Bussen zugelassen.

Ab 1. Oktober 2005 wird der Fahrzeugschein in Zulassungsbescheinigung Teil I und der Fahrzeugbrief in Zulassungsbescheinigung Teil II umbenannt. Außerdem werden die Inhalte der Dokumente europäischen Vorgaben angepasst.

Die geplante Verabschiedung der 3. EU-Führerscheinrichtlinie scheitert am 5. Dezember in Brüssel. Damit wird es in absehbarer Zeit keinen Zwangsumtausch von Führerscheinen in ein EU-einheitliches Plastikmodell im Kreditkartenformat geben.

 

Weltweite Ereignisse

Ab 1. April 2005 fällt das Bankgeheimnis. Finanzämter, Sozialbehörden und Arbeitsämter haben Zugriff auf die finanziellen Verhältnisse jedes Bürgers - ohne Anfangsverdacht, ohne richterliche Erlaubnis und ohne, dass die Betroffenen je davon erfahren.

Papst Johannes Paul II. stirbt im Alter von 84 Jahren. Joseph Ratzinger wird am 19. April 2005 zum neuen Papst gewählt. Er nimmt den Namen Benedikt XVI. an. Die Bild-Zeitung titelt nach der Wahl des Deutschen: „Wir sind Papst!“

Erwin Teufel tritt am 19. April nach parteiinternen Querelen als Ministerpräsident von Baden-Württemberg und Vorsitzender der Südwest-CDU zurück. Günther Oettinger wird sein Nachfolger.

Ende August richtet der Hurrikan Katrina im Süden der USA - besonders in New Orleans - gewaltige Schäden an. Zahlreiche Todesopfer sind zu beklagen.

Bei der Bundestagswahl am 18. September 2005 wird die CDU/CSU stärkste Fraktion. Am 10. Oktober bilden CDU/CSU und SPD eine große Koalition und wählen Angela Merkel zur ersten Bundeskanzlerin. Wolfgang Tiefensee wird in der neu gewählten schwarz-roten Regierung Bundesverkehrsminister.

 

2006

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen in Baden-Württemberg

Am 18. Januar 2006 veranstaltet der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. den ersten KennenlernTag in der Geschäftsstelle in Korntal. Der Verband hatte alle Mitglieder eingeladen, ganz ungezwungen und ohne feste Tagesordnung mit dem Vorstand zu diskutieren und die Geschäftsstelle mit allen Mitarbeiterinnen kennenzulernen.

Zwei Beamte der Abteilung Straßenverkehr und Verkehrssicherheit des botswanischen Transportministeriums sind im Februar für vier Wochen Gäste des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., um das deutsche Fahrschulwesen kennenzulernen. Vermittelt wurde der Besuch durch den Deutschen Entwicklungsdienst (DED).

FIT IM VERKEHR, das neue Trainingsprogramm für Führerscheinbesitzer, wird bei der Mitgliederversammlung des Verbandes am 13. Mai 2006 in Ulm den Mitgliedern vorgestellt. Teilnehmer erhalten die Programm-CD zum Mitnehmen. Ministerialdirektor Max Munding berichtet über Aktuelles aus dem Innenministerium Baden-Württemberg, und Jörg Diehl, Management-Trainer, referiert zum Thema „Ich bin o.k. und du bist o.k!“ Außerdem wird der Vorschlag, dass der Gala-Abend nach der Mitgliederversammlung nur noch alle zwei Jahre stattfinden soll, bei einer stattlichen Anzahl von Enthaltungen mehrheitlich abgelehnt.

Mit einer Fortbildungsveranstaltung, einer Podiumsdiskussion und einem Festakt feiert der Treuhandverein für Verkehrserziehung und Verkehrssicherheit am 10. Juli 2006 sein 25-jähriges Bestehen.

Motorrad Total führt rund 100 Teilnehmer im September 2006 auf die Mittelmeerinsel Sardinien.

Verbandslogo in neuem Design: Nach 38 Jahren bekommt das „Markenzeichen“ des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., der auf der Spitze stehende Rhombus, ein leichtes Facelifting. Schriftbild und Hintergrund wurden modernisiert. Anstelle des grauen Schattens steht jetzt eine „Schale“, die die umfassende Betreuung und den Service des Verbandes symbolisiert. Die Geschichte des roten Parallelogramms geht auf das Jahr 1956 zurück. Damals gab es in Stuttgart noch zahlreiche durch Polizeibeamte geregelte Kreuzungen. Um ungeschickte Fahrschüler nicht deren Zorn auszusetzen, vereinbarten die Stuttgarter Verbandsfahrlehrer mit den Ordnungshütern, als Erkennungszeichen die Windschutzscheibe ihrer Autos mit einem 10 x 10 cm großen signalroten Rhombus zu schmücken. Das half. Und 1968, als der Verband die Wortmarke „Gut betreut - Verbandsfahrschule“ kreierte, lag nichts näher, als den Rhombus zu verwenden. Wenig später war er auch das Grundmotiv für das Verbandslogo.

In den ersten Oktobertagen 2006 wurde der neue Tagungs- und Seminarraum der FSG/ TTVA mbH im Haus der Geschäftsstelle des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. fertig gestellt.

Mit der konstituierenden Sitzung am 20. und 21. Oktober 2006 beginnt der Beirat des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. seine neue vierjährige Amtsperiode. In zehn Kreisvereinen trat der bisherige Amtsinhaber nicht mehr zur Wahl an. Karl-Heinz Hiller wird vom Beirat zum neuen Motorradreferenten gewählt, nachdem der bisherige Amtsinhaber Theodor Heinemann nach drei Jahren das Amt niedergelegt hatte.

Der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. organisiert auf vielfachen Wunsch für seine Mitglieder eine gemeinschaftliche Reise mit Rahmenprogramm nach Berlin zum 1. Deutschen Fahrlehrerkongress.

 

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen im Bund und Europa

Im Januar 2006 stimmt der Arbeitskreis IV des Deutschen Verkehrsgerichtstages unter dem Titel „Reform des Fahrlehrerrechts“ mit überwältigender Mehrheit einer Resolution zu, in der eine deutliche Verlängerung der Fahrlehrerausbildung mit einem zusätzlichen Praktikum zu Beginn der Ausbildung gefordert wird und die Möglichkeiten zur Kooperation von Fahrschulen vereinfacht werden sollen. Außerdem wird der Berufsstand aufgefordert, Vorschläge für ein Qualitätssicherungssystem zu unterbreiten. Das Bundesverkehrsministerium soll die Rahmenbedingungen für die Zulassung eines solchen QS-Systems festlegen. Auch die Entbürokratisierung des Fahrlehrerrechts und die Ablehnung der geplanten Dienstleistungsrichtlinie werden gefordert.

Die Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. findet am 23. Juni im Europa-Park im badischen Rust statt. Der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. ist Gastgeber der Tagung. Günther Oettinger, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, nimmt in seiner Ansprache an die Delegierten zu aktuellen Themen Stellung. Gebhard L. Heiler wird in Gegenwart des Ministerpräsidenten mit der erstmalig verliehenen Ehrennadel des Dachverbandes für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Am 17. und 18. November 2006 veranstaltet die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. in Kooperation mit der Fachzeitschrift FAHRSCHULE den 1. Deutschen Fahrlehrerkongress, der unter dem Motto „In Europa bestehen“ steht. Das Tagungsprogramm mit interessanten Fachvorträgen, einer großen Fachausstellung und einem gesellschaftlichen Abend lockt mehr als 900 Teilnehmer und Gäste nach Berlin.

Die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V. entwickelt in Abstimmung mit dem Berufsstand einen aussagekräftigen Berufseingangstest und bietet diesen bundesweit den Leistungsträgern an.

Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. wurde von der Europäischen Kommission als Unterzeichner der EU-Charta für Straßenverkehrssicherheit angenommen. Damit verpflichtet sich die BVF, sich aktiv für die Erhöhung der Straßenverkehrssicherheit einzusetzen.

Zahlen und Fakten: Mit insgesamt 5.091 Verkehrstoten hat die Unfallbilanz des Jahres 2006 einen neuen Tiefstand erreicht (1997 waren es noch 8.564). Unverändert stark gefährdet sind die Fahranfänger. 1.011 junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren ließen im Straßenverkehr ihr Leben.

 

Neues aus Europa

Das neue Curriculum für die Klasse B wird eingeführt.

Norwegens Fahrlehrer werden ab diesem Jahr an der Universität ausgebildet. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und enthält theoretische und praktische Elemente. Wer ein drittes Jahr anhängt, kann den Master-Abschluss machen. Diese Möglichkeit wird vielfach genutzt.

 

Rechtsänderungen

Wichtige Änderungen der StVO treten am 1. Januar bzw. am 1. Mai 2006 in Kraft. Dazu gehört u. a. die Pflicht, die Ausstattung seines Fahrzeugs den Witterungsverhältnissen entsprechend anzupassen (umgangssprachlich als „Winterreifenpflicht“ bekannt geworden). Die 40. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften erhöht außerdem die Sanktionen für zu geringen Abstand.

Mit der 41. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften werden die Regelungen über die Hauptuntersuchung, die Abgasuntersuchung und die Sicherheitsprüfung zusammengefasst. Nach einer Übergangszeit von knapp vier Jahren wird ab 1. Januar 2010 die Abgasuntersuchung zusammen mit der Hauptuntersuchung durchgeführt.

Mit der 42. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften werden zwei neue Verkehrszeichen „Tunnel“ und „Nothalte- und Pannenbucht“ sowie Verhaltensvorschriften für das Fahren im Tunnel eingeführt.

Der Bundesrat verabschiedet am 7. Juli 2006 das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) und die Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung (BKrFQV) zur Einführung der obligatorischen Grundqualifikation und Weiterbildung der Berufskraftfahrer. Damit wird die EG-Berufskraftfahrerrichtlinie 2003/59 aus dem Jahr 2003 fristgerecht in deutsches Recht umgesetzt.

Am 14. Dezember verabschiedet das Europäische Parlament die 3. EG-Führerscheinrichtlinie. Sie regelt u. a. mit einer Frist von maximal 26 Jahren die Umtauschpflicht für mehr als 110 unterschiedliche Führerscheinmuster, die in der EU und im EWR noch im Besitz von Fahrerlaubnisinhabern sind. Spätestens ab 19. Januar 2009 gilt eine wichtige Neuregelung zur Bekämpfung des Führerscheintourismus. Sie gibt den EU-Staaten das Recht, in anderen EU-Staaten ausgestellte Führerscheine nicht anerkennen zu müssen, wenn dem Fahrerlaubnisinhaber - insbesondere wegen des Konsums von Drogen und Alkohol - die Fahrerlaubnis im Inland entzogen worden war.

 

Weltweite Ereignisse

Die 18. Fußball-Weltmeisterschaft findet vom 9. Juni bis 9. Juli 2006 in Deutschland statt. Italien wird Weltmeister. Die deutsche Mannschaft wird mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann Dritter. Das durchweg schöne Sommerwetter und die gute Stimmung in den Stadien und beim zahlreichen „Public Viewing“ sorgen für eine gelungene Veranstaltung, die im Nachhinein als „Deutsches Sommermärchen“ bezeichnet wird.

Am 31. Juli 2006 werden in zwei herrenlosen Koffern im Dortmunder und Koblenzer Hauptbahnhof Sprengsätze gefunden. Durch DNA-Spuren können die Verdächtigen identifiziert und festgenommen werden. Die Sprengsätze sind wegen handwerklicher Fehler nicht explodiert.

Saddam Hussein, der ehemalige irakische Präsident, wird von einem Sondergericht im Irak zum Tode verurteilt. Das Urteil wird am 30. Dezember vollstreckt.

 

2007

Beruf und Verband: Ereignisse, Entwicklungen in Baden-Württemberg

Der Beirat des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. wählt am 3. Februar 2007 den Vorsitzenden des Kreisvereins Sigmaringen, Karl-Heinz Schmid, zum neuen dritten Vorsitzenden. Wie schon auf der Herbstsitzung 2006 angekündigt, hatte zuvor der zweite Vorsitzende, Wolfgang Fischer, sein Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt.

Bei der Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. am 21. April 2007 wird Jochen Klima, zuvor 3. Vorsitzender, einstimmig zum 2. Vorsitzenden und Karl-Heinz Schmid zum 3. Vorsitzenden gewählt. Innenminister Heribert Rech verkündet, er stehe dem „Begleiteten Fahren mit 17“ (BF17) sehr aufgeschlossen gegenüber. Zwei Tage vor der Versammlung wurde bekannt, dass die in Baden-Württemberg für den 01.07. geplante Einführung von BF17 erneut verschoben wird. Am Vortag der Versammlung finden Arbeitskreise zu den Themen „BF17“ und „Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz“ statt. Zum ersten Mal werden die Teilnehmer gebeten, die Mitgliederversammlung zu benoten. Erfreuliche 90,48 Prozent bewerteten die Tagung mit gut oder sehr gut.

Vom 3. bis 5. Juli bietet die FSG/TTVA mbH zum ersten Mal eine Fortbildung „mit Entspannung“ an. Der Veranstaltungsort Europa-Park, Rust, bietet den Teilnehmern die Gelegenheit, sich nach dem Seminar bei einem Besuch in der vielfältigen Erlebniswelt des Parks zu entspannen.

Am 20. September 2007 startet die Fahrschulsuchmaschine der Verbandsfahrschulen auf der Internet-Plattform des Verbandes www.flvbw.de.

25 Jahre Motorrad Total - das Jubiläum des Spezialseminars des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. findet mit insgesamt 148 Teilnehmern und 95 Motorrädern am Gardasee statt.

Am 21. Oktober 2007 stirbt Rosemarie Oettinger, Prokuristin des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. und der FSG/TTVA mbH, im Alter von 50 Jahren. Sie war seit 1981 in den Unternehmen für das Finanzwesen verantwortlich. Ihr allzu früher Tod hinterlässt eine große Lücke in der Gemeinschaft der Geschäftsstelle.

Vom 24. bis 26. Oktober 2007 bietet der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. in Zusammenarbeit mit der Mercedes-Benz Fahrerinformation des Lkw-Werkes in Wörth CE-Fahrlehrern zum ersten Mal im Rahmen der CE-Fortbildung die Gelegenheit, mit großen Lkw im Gelände, also „offroad“ zu fahren.

 

Beruf und Verband: Ereignisse, Entwicklungen im Bund

Im Januar erscheint zum ersten Mal der Newsletter „Wegweiser“ der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V.

Der TÜV Rheinland hat in Zusammenarbeit mit dem Fahrlehrer-Verband Berlin von der Impuls GmbH eine Studie zur Kundenzufriedenheit und den Erwartungen der Fahrschüler an ihre Fahrschule erstellen lassen. 271 Fahrschüler beteiligen sich an der Umfrage.

Bei der Mitgliederversammlung der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V. skizziert Präsident Prof. Dr.-Ing. Klaus Langwieder ein neues Konzept integrierter Fahrausbildung. Die DFA baut mit diesem Ansatz auf die beiden Modellversuche „BF17“ und „FSF“ auf.

Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. stellt bei ihrer Mitgliederversammlung, die am 15. Juni 2007 in Köln stattfindet, das neu entwickelte Kompendium zur Grundqualifikation und Weiterbildung von Berufskraftfahrern vor. Das Kompendium soll interessierte Verbandsfahrschulen bei der Erschließung dieses neuen Geschäftsfeldes unterstützen. Außerdem verabschiedet die Versammlung eine einstimmige Resolution zum Thema „Null Toleranz bei Manipulationen in der Fahrerlaubnisprüfung“.

Prof. Dr.-Ing. Klaus Langwieder, Präsident der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V., wird am 27. Juni für seine Verdienste um die Fahrzeugsicherheit sowie für sein Engagement in der Verkehrsunfallforschung mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Der bayerische Staatssekretär Georg Schmid überreicht die Auszeichnung.

Auf der Vorstandssitzung der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. am 26./27. September 2007 wird die für Anfang 2008 geplante Einführung der PC-Prüfung eingehend diskutiert. Wolfram Klitzsch, Vorstandsvorsitzender der Fahrlehrerversicherung, kündigt einen neuen Pkw-Tarif an.

Auf seiner Sitzung am 12./13. Dezember beschließt der Vorstand der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände die dauerhafte Verlegung der BVF-Geschäftsstelle nach Berlin.

 

Rechtsänderungen

Die Mehrwertsteuer steigt zum 1. Januar von 16 auf 19 Prozent. Dies zieht u.a. eine entsprechende Erhöhung der TÜV-Gebühren nach sich.

Am 1. März 2007 tritt die neue Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) in Kraft. Das neue Regelwerk ersetzt weitgehend die bisher in den Abschnitten II und IIa der StVZO enthaltenen Regelungen über die Zulassung, Kennzeichnung sowie die Pflichtversicherung von Kraftfahrzeugen und Anhängern.

Seit dem 11. April 2007 gelten neue Lenk- und Ruhezeiten. Mit der EG-Verordnung 561/ 2006 wird die höchstzulässige Lenkzeit EU-weit auf 56 Stunden pro Woche begrenzt. Die Maximallenkzeit innerhalb von zwei Wochen darf 90 Stunden nicht überschreiten und am Tag gelten 9 Stunden (2 x wöchentlich 10 Stunden).

Ab 1. August gilt das Alkoholverbot für Fahranfänger.

Seit 1. September 2007 müssen Fahrlehrer einer Änderung des Bundesjugendschutzgesetzes folgend jugendlichen Fahrschülern das Rauchen in Fahrschulräumen, in deren unmittelbaren Umgebung und bei Pausen der praktischen Ausbildung untersagen. Bei Unterlassung läuft man Gefahr, angezeigt und zur Zahlung eines Bußgeldes verurteilt zu werden.

 

Weltweite Ereignisse

Kyrill, der schwerste Orkan seit Lothar im Jahr 1999, fegt am 18. Januar 2007 über Europa hinweg und nimmt 34 Menschen das Leben.

Der VFB Stuttgart wird am 5. Mai zum fünften Mal deutscher Fußballmeister.

Nicolas Sarkozy wird am 6. Mai zum französischen Präsidenten gewählt.

Der G8-Gipfel findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen am 8. Juni 2007 in Heiligendamm statt.

Der Sicherheitsgurt wird 50. 1957 wurden die ersten Sicherheitsgurte serienmäßig in Pkw-Modelle von Porsche und Mercedes-Benz eingebaut.

Österreich leidet im Juli unter einer extremen Hitzewelle. Es herrschen Temperaturen bis fast 40 Grad Celsius.

 

2008

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen in Baden-Württemberg

Am 12. Dezember 2007 verkündet Innenminister Rech, dass das baden-württembergische Kabinett der Rechtsverordnung zur Einführung des “Begleiteten Fahrens mit 17” zugestimmt hat. Damit kann die Verordnung zum 1. Januar 2008 in Kraft treten. Baden-Württemberg ist damit das letzte Bundesland, das dem nun bundesweiten Modellversuch beitritt.

Die PC-Prüfung und die Zulassung ausländischer Fahrlehrer stehen bei der Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. am 26. April 2008 in Friedrichshafen im Mittelpunkt. Christian Freiherr von Stetten, Landesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Baden-Württemberg, referiert über die Mittelstandspolitik der CDU; Kay Schulte, Referent des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, spricht über die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens.

Der bereits seit einigen Jahren von Mitgliedern des Kreisvereins Freiburg/Breisgau-Hochschwarzwald auf lokaler Ebene organisierte Sensomobiltag wird am 13. September erstmalig landesweit vom Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. und dem Landesverband der Blinden und Sehbehinderten Baden-Württemberg e.V. durchgeführt.

Vom 21. bis 27. September findet Motorrad Total auf Korsika statt.

Zum Arbeitskreis „Nutzfahrzeuge“ am 15. Oktober 2008 werden alle Mitglieder, die in der Lkw- und Bus-Ausbildung aktiv sind, eingeladen.

Die Herbstsitzung des Beirats am 17./18. Oktober erlebt eine Premiere: Frau Sabine Darjus, Vorsitzende des Fahrlehrerverbandes Hamburg e.V., nimmt als Gast an der Sitzung teil. Mit dem Hamburger Verband werden Kooperationsmöglichkeiten diskutiert. Zum Beispiel werden sich die beiden Landesagenturen der Fahrlehrerversicherung künftig hinsichtlich der telefonischen Erreichbarkeit unterstützen.

Karl-Heinz Schmid teilt dem Gremium mit, dass er auf Grund persönlicher Verpflichtungen die hohen an ein Vorstandsmitglied gestellten Erwartungen nicht länger erfüllen kann und deshalb zum 30. Oktober 2008 vom Amt des 3. Vorsitzenden zurücktritt.

Der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. organisiert für seine Mitglieder erneut eine Reise nach Berlin zum 2. Deutschen Fahrlehrerkongress, der am 14. und 15. November 2008 stattfindet. Wieder wird ein interessantes Beiprogramm angeboten, zu dem u. a. ein Besuch bei Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, eine Zeitreise durch Berlin mit dem “Alten Fritz” und der Besuch des Musicals „Mamma Mia“ gehören.

Im Oktober führt der Verband einen Workshop für angestellte Fahrlehrer durch, der leider nur auf geringes Interesse stößt.

Im November 2008 und Januar 2009 führt der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. insgesamt sieben Regionalversammlungen durch. Die Hauptthemen der Veranstaltungen, die in Karlsruhe, Freiburg, Ravensburg, Pfullingen, Korntal, Schwäbisch Gmünd und Neckarsulm stattfinden, sind: aktuelle Rechtsänderungen, Berufskraftfahrerqualifikation, Einführung der PC-Prüfung, FIT IM VERKEHR, Qualitätssicherung für Fahrschulen und die Meinungsbildung zu wichtigen berufspolitischen Fragestellungen.

Peter Tschöpe, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., wird am 5. Dezember 2008 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Die Auszeichnung wird vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger überreicht. Gewürdigt wird das vielfältige Engagement Tschöpes für die Verkehrssicherheit. Besonders betont wird das Engagement für die Verkehrssicherheitsaktion „Gib Acht im Verkehr“ und die Entwicklung der Programme „Patenschaft der Besonnenheit“ sowie „FIT IM VERKEHR“.

 

Beruf und Verband: Ereignisse, Entwicklungen im Bund und Europa

Die Doppelkarte hat ausgedient. Ab März 2008 muss der Versicherer die Versicherungsbestätigung elektronisch an die Zulassungsstelle übermitteln. Der Versicherte erhält elektronisch oder postalisch einen siebenstelligen alphanumerischen Code als Versicherungsbestätigung mitgeteilt.

Neues aus Europa: Ungarn führt zum Jahresbeginn 2008 eine Eingangsprüfung für angehende Jungfahrlehrer ein. Sie besteht aus mündlichen, schriftlichen und praktischen Aufgaben.

Österreich hebt zum 1. Januar 2008 nach zwei Jahren die Tagfahrlichtpflicht wieder auf. Nach Anstieg der Unfallzahlen 2007 und heftigen politischen Diskussionen um die Wirkung des Tagfahrlichts wurde es zum Jahreswechsel abgeschafft. Zwar waren Autos besser erkennbar, das Risiko für Radfahrer und Fußgänger sei aber gewachsen.

Peter Glowalla und Peter Tschöpe werden auf der Mitgliederversammlung am 13. Juni 2008 in Prien am Chiemsee einstimmig in ihren Ämtern als 1. bzw. 2. stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. bestätigt.

Gebhard L. Heiler, 1. Vizepräsident, Schatzmeister und Mitgründer scheidet auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V. aus. Bei der Mitgliederversammlung ernennt ihn die Versammlung einstimmig zum Ehrenmitglied. Zum neuen 1. Vizepräsidenten wird Peter Tschöpe gewählt. Die Aufgabe des Schatzmeisters übernimmt künftig Ansgar Brendel. Ministerialrat a. D. Dr. Hans-Peter Vogt wird mit dem Karl-Rederer-Preis ausgezeichnet.

Auf der Mitgliedervertreterversammlung der Fahrlehrerversicherung am 26. Juni 2008 wird durch eine Satzungsänderung der Kundenkreis erweitert. Lkw- und Busfahrer, die unter das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz fallen, können ihre privaten Risiken künftig bei der Fahrlehrerversicherung VaG versichern.

Wegen umfangreicher Änderungen der Fahrerlaubnis-Verordnung gibt die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. wieder die „Blauen Hefte“ „FeV“ und „FeV Anlagen“ heraus. Neuerungen gab es z.B. in den Bereichen Fristen für die Neuerteilung der Fahrerlaubnis, internationale Führerscheine, Verlängerung der Fahrerlaubnisse der Nutzfahrzeugklassen und Umschreibung ausländischer Führerscheine.

Die Deutsche Fahrlehrer-Akademie e.V. hat den Bericht „Anforderungen an den Fahrlehrerberuf in Europa“ fertig gestellt und in drei Sprachen der Dachorganisation der Fahrprüfer in Europa (CIECA) übersandt. Außerdem wird der Bericht im Bundesverkehrsministerium vorgestellt. Die Zusammenfassung soll den Ländern bei der Anerkennung von ausländischen Fahrlehrerlaubnissen als Entscheidungsgrundlage dienen.

Nach dem Erfolg des ersten Fahrlehrerkongresses im Jahr 2006 wurde beschlossen, alle zwei Jahre einen Kongress durchzuführen. Der zweite Fahrlehrerkongress findet am 14. und 15. November 2008 wieder in Berlin statt. 1.030 Teilnehmer, zahlreiche Gäste und 48 Aussteller sind dabei.

Zahlen und Fakten: Die Anzahl der an Unfällen mit Personenschaden beteiligten alkoholisierten Fahranfänger zwischen 18 und 20 Jahren ist im Jahr 2008 im Vergleich zu 2007 um 11 Prozent zurückgegangen, während der durchschnittliche Rückgang dieses Unfalltyps bei allen Pkw-Fahrern nur bei 6,4 Prozent lag. 2008 verunglückten auf Deutschlands Straßen insgesamt 4.477 Menschen tödlich. Im Vorjahr waren es noch 472 oder 9,5 Prozent mehr. Zur Erinnerung: Im Jahr 1970 waren in Gesamtdeutschland 21.332 Verkehrstote zu beklagen.

 

Rechtsänderungen

Am 15. Februar 2008 stimmt der Bundesrat einer Änderung des Fahrlehrergesetzes zu. Fahrlehrer, die ihre Fahrlehrerlaubnis in einem Staat der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) oder in der Schweiz erworben haben, dürfen vorübergehend oder dauerhaft in Deutschland tätig werden. Sie müssen dazu die entsprechenden Sprachkenntnisse nachweisen. Unterscheiden sich die im Ausland erworbenen Qualifikationen wesentlich von den in Deutschland nach der Fahrlehrer-Ausbildungsordnung und der Prüfungsordnung für Fahrlehrer maßgebenden Kenntnissen und Fähigkeiten und können die Unterschiede nicht durch die bisherige Berufspraxis ausgeglichen werden, kann die Erlaubnisbehörde einen Anpassungslehrgang anordnen. Der Antragsteller kann stattdessen auch eine Eignungsprüfung ablegen. Mit dieser Regelung wird die „Berufsanerkennungsrichtlinie“ der EU (2005/36/EG) umgesetzt.

Am 29. Juli 2008 wird die vierte Änderungsverordnung zur FeV im Bundesgesetzblatt verkündet. Die geänderten Regelungen bei der Neuerteilung der Fahrerlaubnis und der Umschreibung ausländischer Führerscheine (Wegfall der Prüfung bzw. Ausbildungspflicht) sowie bei der Verlängerung der Fahrerlaubnisse der Nutzfahrzeugklassen treten am 30. Oktober 2008 in Kraft. Mit der Verordnung wird auch § 5 der DV-FahrlG geändert. Ab dem 30.06.2008 entfällt in den Lkw- und Busklassen die Aufbewahrungspflicht für Schaublätter.

Busfahrer unterliegen ab 10. September 2008 der gesetzlichen Pflicht zur Aus- und Weiterbildung nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz. Das heißt, alle Busfahrer, denen nach dem Stichtag ihre Fahrerlaubnis erteilt wird, müssen zusätzlich zum Führerschein die sogenannte Grundqualifikation erwerben. Außerdem müssen Busfahrer, gleichgültig, wie lange sie den Führerschein bereits besitzen, alle fünf Jahre an einer 35-stündigen Weiterbildung teilnehmen.

 

Weltweite Ereignisse

Das Briefmonopol der Deutschen Post AG fällt zum 1. Januar 2008.

Das Rentenversicherungs-Altersgrenzenanpassungsgesetz tritt am 1. Januar in Kraft. Die stufenweise Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 ist für die Jahre 2010 bis 2029 vorgesehen.

Das US-Finanzinstitut Lehman Brothers meldet am 15. September 2008 Insolvenz an. Fast alle Börsen reagieren darauf mit starken Kursverlusten. Die Insolvenz markiert einen der Höhepunkte der weltweiten Finanzkrise.

Am 4. November 2008 wird Barack Obama als erster Afro-Amerikaner zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt.

 

2009

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen in Baden-Württemberg

In seiner Sitzung am 7. Februar 2009 bestellt der Beirat den Vorsitzenden des Kreisvereins Ludwigsburg, Ralf Nicolai, zum neuen dritten Vorsitzenden des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V.

Am 13. Februar veranstaltet der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. einen Workshop für Arbeitgeber, bei dem die Ergebnisse des im Oktober 2008 durchgeführten Workshops mit angestellten Fahrlehrern diskutiert werden. Leider nehmen an diesem Workshop nur wenige Fahrschulinhaber teil.

Am 25. April 2010 findet die 59. ordentliche Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. in Freiburg statt. Mit seinem Referat „Profilierung durch Differenzierung - mit dem positiven Kontrastprogramm die Zukunft sichern“ und mit Headlines wie „Wer Preise sät, wird Pleite ernten“, „Menschmarketing statt Preismarketing“ und „Vergiss nie im Leben, wer die Rechnung bezahlt!“ zieht Joachim Bullermann, Verkaufstrainer und Marketingberater, die Zuhörer in seinen Bann und regt damit so manchen zum Nachdenken an.
Der Antrag des Kreisvereins Freiburg/ Breisgau-Hochschwarzwald, „die Versammlung möge sich dafür aussprechen, die Theorieprüfung solle, wie in Jahrzehnten ohne Beanstandung praktiziert, auch nach Einführung der PC-Prüfung unter Wahrung der Konditionen des TÜV weiterhin in Räumen der Fahrschulen stattfinden dürfen“, wird nach ausführlicher Debatte angenommen.
Wahlen: Peter Tschöpe wird mit nur einer Gegenstimme für weitere vier Jahre als Vorsitzender bestätigt. Ralf Nicolai, im Februar vom Beirat als Nachfolger von Karl-Heinz Schmid zum 3. Vorsitzenden bestellt, wird bei nur zwei Gegenstimmen für die nächsten vier Jahre gewählt. Beide Wahlen erfolgen durch Handzeichen. Es gibt keine Enthaltungen.

Ende Juni startet die PC-Prüfung als Pilotprojekt im Bereich der TÜV-Niederlassung Tübingen.

Trotz Prüfung anderer Varianten steht am 8. Juli 2009 fest, dass es mit Einführung der PC-Prüfung ab 2010 in Baden-Württemberg keine Theorieprüfungen mehr in Fahrschulräumen geben wird.

Die Teilnehmer von Motorrad Total sind vom 20. bis 26. September 2009 auf der kroatischen Adriainsel Krk. Neben einem Theorieteil und zwei Realverkehrseinheiten geht es zum instruktorgeführten Fahren auf die Rennstrecke des Automotodroms in Grobnik.

 

2009

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen im Bund

Die Vorstandssitzung der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. am 4. und 5. März 2009 befasst sich mit drei neuen Geschäftsfeldern für Fahrlehrer. Diese sind: Aus- und Weiterbildung von Lkw- und Busfahrern, die Einweisung von Kraftfahrern in Fahrerassistenzsysteme und ein Programm für die Ansprache älterer bzw. erfahrener Verkehrsteilnehmer. Das Programm FIT IM VERKEHR, das der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. bereits seit 2006 seinen Mitgliedern anbietet, wird der Versammlung vorgestellt. Der Vorstand beschließt, dass die BVF die Rechte an dem Programm erwerben soll, damit dieses für Fahrlehrer leicht umsetzbare Programm den Mitgliedsfahrschulen aller Landesverbände zur Verfügung gestellt werden kann.

Die Bundeswehr teilt im April 2009 mit, dass sie nach Auswertung der Erkenntnisse aus dem Interessenbekundungsverfahren, an dem sich auch die BVF beteiligte, weiterhin die Fahrausbildung der Soldaten selbst durchführen und diese Aufgabe nicht privaten Fahrschulen übertragen wird.

Im Mittelpunkt der Vorstandssitzung der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. steht die von Politikern der CSU initiierte und mit Nachdruck geforderte Änderung des Straßenverkehrsgesetzes (StVG), die den Weg für eine spezielle Fahrberechtigung für Mitglieder der Feuerwehren und der Hilfsdienste freimachen soll. Angehörige dieser Organisationen sollen nach einer organisationsinternen Ausbildung und Prüfung Einsatzfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 bis 4,75 t mit der Fahrerlaubnis der Klasse B führen dürfen (Feuerwehrführerschein).

Ein weiteres Einsatzfeld für Fahrlehrer könnte die Schulung von Zivildienstleistenden werden. Die Anforderungen, die die Hilfsdienste an die Schulung ihrer Mitarbeiter haben, verlangen nicht zwingend ein Sicherheitstraining nach Maßstäben des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR).

Zum 13. Juli 2009 verlegt die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. dauerhaft ihre Geschäftsstelle von München nach Berlin. Bisher wanderte die Geschäftsstelle der BVF mit dem jeweiligen Bundesvorsitzenden von Landesverband zu Landesverband.

Dr. Peter Ramsauer wird im Oktober 2009 zum Verkehrsminister der neuen Regierung aus CDU/CSU und FDP ernannt.

Um ihre Mitglieder zukünftig in das Programm „Fahrtraining für Zivildienstleistende“ der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände einweisen zu können, nehmen am 20. Oktober Vertreter aller Fahrlehrerlandesverbände an einem eintägigen „Mutterseminar“ teil.

 

Rechtsänderungen

Am 19. Januar 2009 tritt eine Neuregelung der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) in Kraft, die es den Fahrerlaubnisbehörden erleichtern soll, den sogenannten Führerscheintourismus zu bekämpfen. Fahrerlaubnisse, die ab diesem Tag in einem Staat der EU oder des Europäischen Wirtschaftsraums ausgestellt werden, werden in Deutschland nicht mehr anerkannt, wenn deren Inhaber zuvor die Fahrerlaubnis entzogen worden war. Diese Änderung setzt Artikel 11 Abs. 4 der 3. EG-Führerscheinrichtlinie in deutsches Recht um. Nach dem Auslaufen von Übergangsregelungen wird damit EU-konform von dem bisherigen Grundsatz abgewichen, dass ausnahmslos alle von EU-Mitgliedstaaten erteilten Fahrerlaubnisse gegenseitig anzuerkennen sind.

Im Februar werden durch Änderungen des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) u. a. Bußgelder für einige sicherheitsrelevante Verkehrsverstöße, wie z.B. für Alkohol- und Drogenfahrten drastisch erhöht.

Der Bundesrat stimmt am 10. Juli der sogenannten Segway-Verordnung zu. Für das Fahren mit einem Segway (elektronische Mobilitätshilfe) ist mindestens die Mofa-Berechtigung erforderlich.

Am 23. Juli 2009 tritt das 5. Gesetz zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes, in dem die Grundlagen für den in den vergangenen Monaten viel diskutierten „Feuerwehrführerschein“ geregelt sind, in Kraft. Darin wird den Bundesländern das Recht eingeräumt, vom allgemeinen Fahrerlaubnisrecht abweichende Regelungen für die Erteilung einer Fahrberechtigung an Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, der anerkannten Rettungsdienste und der technischen Hilfsdienste zu treffen. Fraglich ist, ob der deutsche Alleingang mit dem europäischen Recht vereinbar ist. Möglicherweise steht der Bundesrepublik deshalb ein Vertragsverletzungsverfahren ins Haus.

Ab September 2009 tritt die Neufassung der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) in Kraft. Seit der ersten StVO von 1937 und der neuen StVO von 1970 hat das Verhaltensrecht keine derart umfassenden Änderungen mehr erfahren. So sind z.B. die Verkehrszeichen nicht mehr in den Paragrafen 39 bis 42, sondern in den Anlagen 1 bis 4 enthalten. Weitere Neuerungen sind u. a. in den Regelungen zum Kreisverkehr, zum Halten und Parken und zu Bahnübergängen enthalten.

Lkw-Fahrer unterliegen ab 10. September 2009 der gesetzlichen Pflicht zur Aus- und Weiterbildung nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz. Das heißt, Lkw-Fahrer müssen zusätzlich zum Führerschein die sogenannte Grundqualifikation nachweisen. Außerdem müssen alle Lkw-Fahrer, gleichgültig, wie lange sie den Führerschein bereits besitzen, bis zum 10.9.2014 eine 35-stündige Weiterbildung belegen.

Seit 1. Oktober müssen Zivildienstleistende, die überwiegend im Fahrdienst eingesetzt werden, vor Dienstantritt ein fünf Zeitstunden umfassendes Fahrtraining absolvieren. Das von der BVF entwickelte Programm wird vom Bundesbeauftragten für den Zivildienst anerkannt. Dieses Training kann damit auch von Fahrlehrern durchgeführt werden.

 

Weltweite Ereignisse

Am 11. März 2009 erschoss ein Amokläufer in Winnenden in der Albertville-Realschule und in Wendlingen insgesamt 15 Menschen. Der 17-jährige Täter hatte bis 2008 die Albertville-Realschule besucht und dort den Realschulabschluss gemacht.

In Mexiko nimmt Ende März die sogenannte Schweinegrippe ihren Ausgang. Ende April warnt die Weltgesundheitsorganisation vor einer weltweiten Verbreitung (Pandemie) und setzt Anfang Juni die Warnung auf die höchste Alarmstufe. Die Bundesregierung bestellt im Juli 50 Millionen Impfdosen. Das Angebot der Schutzimpfung wird von der Bevölkerung nur mäßig angenommen. Gründe dafür sind der milde Verlauf der Krankheit in Deutschland und Warnungen vor den Nebenwirkungen des Impfstoffes.

Für das Versandhaus Quelle wird am 9. Juni Insolvenzantrag gestellt und Gläubigerschutz beantragt.

Michael Jackson stirbt am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren in Los Angeles, Kalifornien/USA. Die Fangemeinde trauert weltweit um den „King of Pop“.

Am 9. und 10. November 2009 wird der 20. Jahrestag des Mauerfalls in der Hauptstadt Berlin gefeiert.

Das gesamte Jahr 2009 belasten die Folgen der Finanzkrise die Weltwirtschaft.

 

2010

Beruf und Verband:
Ereignisse, Entwicklungen in Baden-Württemberg

Die 60. ordentliche Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. wird am 24. April 2010 in Ulm stattfinden. Geplant ist ein Dialog zwischen Gebhard L. Heiler, Vorsitzender des Verbandes in den Jahren 1970 bis 1997, und Peter Tschöpe, derzeitiger Vorsitzender, zum Thema „60 Jahre Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V.“ Außerdem wird Prof. Dr. Malte Mienert, Universität Bremen, ein Referat zum Thema „Der Übergang in die Automobilität als Entwicklungsaufgabe des Erwachsenwerdens“ halten.

 

Beruf und Verband: Ereignisse, Entwicklungen im Bund

Zum 1. Januar 2010 startet bundesweit die PC-Prüfung. Ab diesem Datum sind Prüfungen in allen in der Prüfungsrichtlinie genannten Sprachen möglich. Prüfungen mit Dolmetscher oder Mini-Disc sind nicht mehr zulässig.

Der TÜV SÜD gewährt ab 1. Januar 2010 allen Fahrschulen, die sich das ganze Jahr am Abbuchungsverfahren beteiligen, einen Zuschuss zu den Kontoführungsgebühren in Höhe von 25 Euro.

Rudi Ebel, 2. stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. in den Jahren 1994 bis 2004 und Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Pfalz e.V., ist am 23. Januar 2010 verstorben. Er feierte kurz zuvor seinen 70. Geburtstag.

Die Arbeitsgruppe VII des 48. Deutschen Verkehrsgerichtstages beschäftigte sich mit dem Thema „Unfallrisiko von Fahranfängern“ und stellte fest, dass man die jungen Fahranfänger in der schwierigen Phase zu Beginn nicht allein lassen darf, sondern sie sinnvoll, angemessen und effektiv begleiten muss. Aufgrund der aus den bundesweiten Modellversuchen gewonnenen Erkenntnisse mit dem “Begleiteten Fahren mit 17” und der “Zweiten Phase” sollen nun weitergehende Überlegungen angestellt werden, wie künftig alle Fahranfänger in risikosenkende Maßnahmen eingebunden werden können.

Für den 26. und 27. November 2010 ist der 3. Deutsche Fahrlehrerkongress - erneut im Estrel Hotel in Berlin - geplant.

 

Weltweite Ereignisse

Am 12. Januar 2010 erschüttert ein schweres Erdbeben Haiti und fordert ca. 300.000 Menschenleben. Ein weiteres Erdbeben am 27. Februar 2010 in Chile hat rund 800 Menschen das Leben gekostet. Außerdem meldet www.spiegel.de am 9. März, dass „das Beben auch geologisch immense Auswirkungen hatte. Es verpasste der Erde nicht nur einen Drall und verschob die Erdachse - die Erschütterung hat zudem Großteile des südamerikanischen Kontinents verrückt. Die Stadt Concepción etwa hat sich, dem Deutschen Geodätischen Forschungsinstitut (DGFI) zufolge, knapp drei Meter nach Westen verschoben. Andere Ortschaften rückten ebenfalls nach Westen. Chiles Hauptstadt Santiago habe sich um fast 30 Zentimeter verschoben, berichten Experten der Ohio University. Auch das auf der anderen Seite des Kontinents gelegene Buenos Aires liege nun weiter westlich als zuvor - um zweieinhalb Zentimeter. Selbst die Falklandinseln im Atlantik und brasilianische Küstenstädte hätten sich bewegt ...“

Der Landtag von Baden-Württemberg wählt am 10. Februar 2010 Stefan Mappus (CDU) zum neuen Ministerpräsidenten. Er ist damit Nachfolger von Günther Oettinger, der zukünftig als EU-Kommissar für Energiefragen nach Brüssel geht.

 

Abschließende Bemerkungen: Die Aufzeichnungen in dieser Chronik enden wenige Wochen vor der 60. Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg; Endstand ist der 9. März 2010.


Quellenhinweise und Bemerkungen

Quellenhinweis zu 1950 - 2000: Die Geschehnisse der Jahre 1950 - 2000 wurden zum Großteil bereits in der Jubiläumsschrift zum 50jährigen Bestehen des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. veröffentlicht.
Die Geschehnisse wurden mit freundlicher Genehmigung des Verlags Heinrich Vogel, München, der Zeitschrift "fahrschule", sowie dem Archiv des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. entnommen.
Nachdruck, auch auszugsweise nur mit Genehmigung des Herausgebers.
Copyright by Fahrlehrerverband Baden-Württemberg 2000

Quellenhinweis zu 2000 - 2010: Zum 60-jährigen Bestehen im Jahr 2010 setzt der Verband die Chronik fort und veröffentlichte die wichtigsten Ereignisse der Jahre 2000 - 2010 in einem Sonderheft der Fachzeitschrift FahrSchulPraxis im Mai 2010.
Quellen der Geschehnisse: Zeitschriften FAHRSCHULE und FahrSchulPraxis. Fakten weltweiter Geschehnisse wurden bei freier Auswahl und Fassung der Texte aus Wikipedia entnommen.

Bemerkungen: Die Aufzeichnungen in dieser Chronik enden wenige Wochen vor der 60. Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg; Endstand ist der 9. März 2010.