
UPDATE: Die bezahlbare Brezel / Mehr Verkehrstote im letzten Jahr?
Die bezahlbare Brezel
Das hier wird kein Schimpf auf die Bäcker. Wir Baden-Württemberger schätzen eine gute, handwerklich gebackene Brezel sehr. Weil wir die Industriebrezel nicht mögen, zahlen wir gern ein paar Cent mehr. Wir wissen, dass unsere Brezel gute Zutaten, Können, Sorgfalt und Zeit braucht. Und es ist nur richtig, dass unser Bäckermeister den Preis für seine Brezeln verlangt, der seine Kosten deckt und ihm trotz unsäglicher Energiekosten eine profitable Weiterführung seines Betriebs sichert. Gut für uns, denn wir wollen, dass er mit Freude im Geschäft bleibt. Seit Konrad Adenauer erlaubt es unsere soziale Marktwirtschaft den Unternehmen, großen wie kleinen, den Preis für ihre Waren und Dienstleistungen ohne Einmischung des Staates zu kalkulieren und festzusetzen. Nun aber hat sich etwas Grundlegendes geändert: Der Staat will eingreifen und verspricht künftigen Führerscheinaspiranten in einem unheilvollen Eckpunktepapier den „Bezahlbaren Führerschein“. Die Folge ist eine böse Flaute in den Fahrschulen. Die jungen Leute wollen abwarten, wie billig dieser bezahlbare Führerschein werden wird. Es ist beschämend für diese Bundesregierung, einen derartigen Humbug in die Welt zu setzen. Die Verfasser des Eckpunktepapiers gerieren sich als Preis-Stopper – die DDR lässt grüßen; aber sie haben offenbar keine Ahnung von der Realität des Fahrschulwesens. Hätten sie das, würden sie dieses gedankenlose Papier nicht in die Welt gesetzt haben.
Präsenzunterricht abschaffen, alles digital durch Dreschen von Prüfungsfragen lernen? Mit anonymer Lernkontrolle? „Der Fahrlehrer darf die theoretische und praktische Ausbildung erst abschließen, wenn der Bewerber den Unterricht im gesetzlich vorgeschriebenen Umfang absolviert hat und der Fahrlehrer überzeugt ist, dass die Ausbildungsziele nach § 1 erreicht sind.“ Diesen Satz aus § 6 Absatz 1 der Fahrschüler-Ausbildungsordnung ersatzlos streichen? Und was dann? Die Verantwortung an einen digitalen Homunkulus abgeben?
Seit der Proklamation des bezahlbaren Führerscheins im Oktober letzten Jahres leiden die Fahrschulen unter stark verminderter Nachfrage, wodurch ihnen beträchtlicher Schaden entsteht. So kommt es, wenn Schlagzeilen seriöses politisches Handeln ersetzen sollen. Niemand in der Branche wehrt sich gegen notwendige Reformschritte und den Abbau von Bürokratie. Aber das dem Reformvorhaben angehängte Etikett „Bezahlbarer Führerschein“, das weithin als billiger Führerschein verstanden wird, war ganz und gar dummdreist. GLH
Mehr Verkehrstote im letzten Jahr?
Laut Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) vom 9. Dezember 2025 wird die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen im Jahr 2025 voraussichtlich gestiegen sein. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) auf Basis vorliegender Daten für den Zeitraum von Januar bis September werden 2025 in Deutschland rund 2.810 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen sein. Im Jahr 2024 waren es 2.770 Getötete. Ihren bisherigen Tiefststand hatte die Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2021 mit 2.562 getöteten Personen erreicht.
Auch die Zahl der Menschen, die im Straßenverkehr verletzt wurden, wird 2025 voraussichtlich auf rd. 370 000 Menschen gestiegen sein (2024: 364.993 Verletzte). Die Zahl der polizeilich erfassten Unfälle wird geschätzt bei rd. 2,5 Millionen liegen und damit im Vergleich zum Vorjahr stagnieren (2024: 2,51 Millionen Unfälle). Quelle: Destatis; Textbearbeitung GLH


